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Jeschurun · 1929-03-01 · Heft 3-4 (März 1929) · p. Seite 142

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 3-4 (März 1929)
Date
1929-03-01
Page
Seite 142 (sequence 36)
Language
German
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142 Die göttlichen Attribute einzubeziehen. Es war aber bereits in der Einleitung als wesentliches Merkmal der Unterscheidung das Moment der ,,Tatvollstreckung“ erkannt worden. Bezeichnet nämlich גדול den großen Gott, dem alle Kräfte des Weltalls unterworfen sind, der — ,,alles kann“, so deutet גבור auf den starken Gott, der nach seinem Willen — ,,alles durchsetzt“, ohne daß ihm die Kräfte des Weltalls Widerstand entgegensetzen könnten. In diesem Gegensatz nun, der bereits früher als den von potentieller und aktueller Energie verzeichnet worden ist, findet die Kabbalah die entscheidenden charakteristischen Merkmale der beiden Attribute. Denn wiederum ist sie es, die den Begriffen die letzte Vertiefung gibt, indem sie Gewurah, mit Hinblick auf das Kriterium der aktuellen Energie als ,,Midath hadin“ kennzeichnet. Freilich ist hier ,,Midath hadin“ nicht in dem engbegrenzten, landläufigen Sinn der strafenden Gerechtigkeit zu verstehen. Vielmehr ’ist diese Bezeichnung zu prinzipieller Bedeutung erhoben und im Gegensatz zum Midath Chesed, dem Prinzip der Freiheit — womit Gedulah erklärt wurde — als dessen Gegenteil, das Prinzip des Gesetzes zu begreifen. Freiheit und Gesetz, diese Antinomie ist, grundsätzlich betrachtet, derjenigen von Möglichkeit und Notwendigkeit völlig gleichbedeutend. Denn beide, Gesetz und Notwendigkeit, stehen unter dem Zwang des Unabänderlichen. Und eben darum werden sie gleichermaßen als Midath hadin bezeichnet, was — wie im ersten Teil bereits eingehender dargestellt — nichts anderes als Unfreiheit und starre Gesetzmäßigkeit bedeutet. Nur so ist es übrigens zu verstehen, wenn ,,Midath hadin“ geradezu mit ,,Naturgesetz“ identifiziert wird (vgl. u. a. Äkedath Jizchok, Tor 3, Schlußsätze, und Schaare Ora, Tor 6), und wenn andererseits der Gottesname אלקים' als derjenige, der stets im Zusammenhang mit dem Schöpfungswerk genannt wird — und auch im Zahlenwert mit הטבע ,,die Natur“ übereinstimmt —, als Midath hadin gedeutet wird. So umfaßt denn der Begriff des Midath hadin diejenigen Wesensäußerungen Gottes, in denen der

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