Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1929-03-01 · Heft 3-4 (März 1929) · p. Seite 140

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 3-4 (März 1929)
Date
1929-03-01
Page
Seite 140 (sequence 34)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2292929-2293065-2293067--10355-2303650
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

140 Die göttlichen Attribute Feinde aufzunehmen. Der Arm ist es, der die Gewurah vollbringt: לך זרוע עם גבורה (Ps. 69, 14) dein ist der Arm samt der Gewurah“ — und der Arm selber ist nichts anderes, als die Macht der Hand: תעז ידך תרום ימינך׳ (a. a. O.) ist deine Hand mächtig, so erhebt sich deine Rechte.“ Hieraus ist wohl die Formulierung entstanden: ׳עז בידך וגבורה בימינך Macht in deiner Hand, Gewurah in deiner Rechten“ ,(ברב קדושה של ר״ה)• Ohne auf den Unterschied zwischen der ״Hand“ und der ״Rechten“ Gottes hier näher eingehen zu wollen (vgl. hierzu insbesondere die Erklärer zu Ex. 15,6), sei nur allgemein bemerkt, daß die Gewurah-Tat gewöhnlich als von der Rechten, der stärkeren *und unnachgiebigen ausgehend, betrachtet wird. Die Verwandtschaft der beiden Begriffe עז und גבורה erhellt aber vielleicht noch aus folgenden Stellen. Psalm. 21,14: ״Erhebe dich, Gott, in deiner Macht, deine Gewurah wollen wir in Liedern aussprechen und besingen“. Ferner Psalm. 24,8: ״ה, עזוז ובבור ה׳ גבור מלחמה״ Gott, mächtig und stark, Gott, der Starke des Krieges“. In den genannten Fällen hat עז die Bedeutung der Macht als Voraus- Setzung der Gewurah; es ist die unüberwindbare Macht, die den Sieg des מלך הכבוד (a. a. O.), des Königs der Ehre verbürgt.4) Denn, während die göttliche Gedulah, wie festgestellt worden war, durch Ehrung seines Namens bedingt ist, so ist die Ehre selbst nur durch Gewurah zu bewirken. Diese Beziehungen hat wohl der Talmud im Äuge (Rosch Haschonoh 32a), wenn er auf die Frage: ״Woraus ist zu entnehmen, daß man גבורות sagen soll?“ die Antwort erteilt: ״aus dem Schriftvers (Ps. 29,1): ״הבו לה׳ כבוד ועז״ bringet Gott Ehre und Macht.“ Es entspricht nun ganz der ver- 4) Wenn Gott seine Gewurah nicht durch Selbstüberwindung, sondern durch Ueberwindung seiner Feinde kundgibt, dann erst entfaltet sich seine ״Gewalt“ auch nach außen in ihrer ״Herrlichkeit“. Dies der Sinn des Wunsches im Olenu-Gebet: ״Darum hoffen wir auf Dich... לראות מהרה בתפארת bald die Herrlichkeit deiner Gewalt zu schauen, daß alle ״Greuel“ von der Erde verbannt und die Götzen verschwinden werden ..

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.