Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1929)
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 135 (sequence 29)
- Language
- German
- Belongs to
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Die göttlichen Attribute 135 äußert, nicht wie die nur auf Erfahrungen sich stützenden Naturforscher glauben (nach einer anderen LA: ,,die da glauben, daß Gott nicht die Macht habe, den Lauf der Natur zu verändern“); man bringe sich zum Bewußtsein, daß er die Toten beleben wird, wenn es ihm gefallen wird, so unwahrscheinlich auch dies nach dem System der Naturforscher ist; so ,,läßt er Winde wehen“ und Aehnliches, nach seinem Willen, er ״löst Gebundene“ usw.“ Wie für Halevi, so liegt auch für Älbo das Wesentliche in dem Segensspruch der Gewurah in dem übernatürlichen Weltgeschehen. Er äußert sich hierüber mit folgenden Worten (Ikkarim IV, 35): ״Insofern die Totenerweckung außerhalb des gewöhnlichen Ganges der Natur liegt, haben die Männer der großen Synode dieselbe in der Formel der Segenssprüche der göttlichen Gewurah zugeschrieben. ״Du bist ewig mächtig, Herr! die Toten belebst Du und bist reich an Hilfe“; d. h. Deine Gewurah erstreckt sich über alles, was nur dem Verstand als existierend denkbar ist, und unterscheidet sich darin von der menschlichen Stärke, deren hauptsächliche Aeußerung darin besteht, daß sie die Lebendigen tötet, während Deine Gewurah sich eben in der Belebung der Toten erst recht zeigt.“ Noch klarer in der Äusführung dieses Gedankens drückt sich der Wilnaer Gaon aus, indem er die Frage beantworten will, warum die Gewurah des Regenfalls mit der Gewurah der Totenerweckung gleichzu setzen sei (Ädereth Elijahu zürn Abschnitt :(וזאת הברכה ״Weil das Fallen des Regens keineswegs naturgesetzlich bestimmt ist. Denn alles Weltgeschehen, wie auch Auf- und Niedergang der Sonne, ist nach den Philosophen naturgesetzlich geregelt, während der Regenfall zugestandenermaßen sich dem ganz entzieht, was wir auch selber dadurch wahrnehmen, daß der Regen mitunter garnicht und mitunter wieder tagelang fällt. Darum wird der Regenfall als Gewurah bezeichnet, weil eben darin die göttliche Gewurah mehr als in allen anderen Dingen erkennbar wird. Insofern ist nun die Gleichsetzung mit der Totenerweckung berechtigt, denn auch von ihr geben alle zu, daß sie nicht naturgesetzlich sei,