Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1929)
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 132 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
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132 Die göttlichen Attribute Die göttlichen Attribute. Eine begriffliche Untersuchung. Von Distriktsrabbiner Dr. Elie Munk. II. (Fortsetzung) 1. Die Feststellung der eigentlichen Bedeutung des Ättributes Gewurah ,,Stärke“, bietet dem Verständnis größere Schwierigkeiten als die Sinndeutung von Gedulah, weil dieses Attribut der Stärke häufig im Zusammenhang mit ganz entgegengesetzten Aeußerungea des göttlichen Wirkens Anwendüng findet. Die erheblichen Abweichungen in den Definitionen der Erklärer legen von dieser Schwierigkeit Zeugnis ab. So erläutert Tana debe Elijahu (Kap. II, Abschn. 23): ״Du entfaltest Deine Stärke, um die Uebertreter Deines Willens zu strafen“ — in sinngemäßer Uebereinstimmung mit Akedath Jizchok (Einleitung und Tor 35): ״Er hat die absolute Macht, der niemand wehren kann, nach der Art der irdischen Konige“. Sforno hingegen sieht in der Tatsache, daß Gott ״alles Sein nach seinem Wesen erhält“ (V. B. M. 10,17) das Kriterium der göttlichen Stärke. Für Malbim wiederum bedeutet Gewurah, daß Gott ״die Macht hat, den Naturlauf zu ändern“. (V. B. M. 10,17). Es ist jedoch erst die Erklärung, die der Talmud gibt (Berachoth 58a), die den Weg zum tieferen Verständnis des Attributes weist. ״Gewurah — so wird dort gesagt — ist der Auszug aus Aegypten, denn es heißt: ״Jsrael sah die große Hand, die Gott an Aegypten geübt hatte“ (II. B. M. 14,31). Die naheliegende Frage, wo denn in diesem Vers ein Hinweis auf Gewurah enthalten sei, wird von Raschi (zu II. B. M. 14,31) dahin beantwortet, daß ״die große Hand die große Gewurah bedeute, die eben durch die Hand Gottes vollbracht wird“. In gleicher Gedankenrichtung übersetzt auch Targum: ״Israel sah die Gewurah der großen Hand usw.“ Da nun die Hand die Vollstreckerin der Tat ist, so wird, nach der talmudischen Definition, die Stärke Gottes zunächst