Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 3-4 (März 1929)
- Date
- 1929-03-01
- Page
- Seite 126 (sequence 20)
- Language
- German
- Belongs to
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126 Die Architektur der Sgnagoge tönt ihre (der Thora) Stimme. Und man macht sie so hoch, daß sie alle Gehöfte der Stadt überragt, wie es heißt: erhöhe das Haus unseres Gottes, die Eingänge seien aber stets im Osten (bezw. der Gebetsrichtung gegenüber), wie es heißt: wer vor des Stiftszelts Eingang lagerte, nach Osten zu. Rambam 1. c. Hai. 2. צריך לפתוח פתחים או חלונות כנגד ירושלים כדי להתפלל כנגדן וטוב שיהיו בבה״כ י״ב חלונות או״ח צ׳ סעי ד׳ ואין צריך להיות כלם לצד מזרה אדרבא לכל הצדדים יהיו פתוחים ג׳ מכל צד (עטרת זקנים שם) Man soll Türen oder Fenster in der Richtung nach Jerusalem öffnen und vor ihnen beten, am besten zwölf Fenster. Es sollen nicht alle in Osfrichtung sein, nein, nach allen Seiten sollen sie offen sein .... drei nach jeder Seite. לא יעמוד במקום גבוה ויתפלל Nicht auf erhöhter Stelle stehe man, wenn man betet. Rambam 1. c. Hai. 7. ,,In allen Poskim und in beiden Talmuden haben wir keinerlei Vorschrift über irgend eine bestimmte Gestalt für die Synagoge gefunden“, schreibt der Noda Bijhuda ( מ״ת א״ח י״ח) als man ihn fragte, ob ein Gotteshaus in achteckigem Grundriß — offenbar in Anlehnung an die Moschee auf dem Tempelplatz, von der selbst Raphael glaubte, sie entspreche der Urgestalt des Heiligtums — bauen dürfe, ,,aber ich wunaere mich, fügt er hinzu, warum will man grade diese Form. Vielleicht hat man an den Palästen der Großen oder sonstigen Gebäuden ein Vorbild und will ihnen sich angleichen. Für uns aber in der Verbannung ist es wahrlich nicht schön, mit den Großen in Wettbewerb zu treten, und sollte es aus diesem Grunde geschehen, so rufe ich darüber aus: Israel vergißt seinen Schöpfer und baut sich Paläste. Da ist es fürwahr besser, keine neue Form gegenüber den alten Bräuchen einzuführen.“ Wie wahr und tief sind diese Worte, wie furchtbar ist gegen die Würde des Judentums gesündigt worden, als man