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Jeschurun · 1929-03-01 · Heft 3-4 (März 1929) · p. Seite 125

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 3-4 (März 1929)
Date
1929-03-01
Page
Seite 125 (sequence 19)
Language
German
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Die Architektur der Synagoge 125 Mit der Teilung der Synagoge in die zwei Welten der beiden Geschlechter wird sie höchstes Symbol der Keuschheit des Volkes Israel. ,,Einen Bund habe ich geschlossen mit meinen Äugen, wo hätt’ ich je auch nur nach einem Mädchen geschaut“, sagt Ijob. Die Synagoge macht diesen ״Bund der Äugen“sichtbar. Alles in ihr soll den Beter in sein Inneres weisen; das schönste Gebet ist das an der Wand, wo überhaupt nichts mehr dem Blicke begegnen kann. Darum auch kein Gebet im Freien, wo die Seele sich ins Weite ergeht; darum der Gebetmantel bis über den Kopf, alles eine Selbsteingrenzung des Individuums zum Ausdruck bringend, als Korrelat zum ׳צמצום שכינה der Gewißheit, daß im Engsten und Kleinsten, in jedem dem Erdenmenschen beschiedenen winzigsten Lebenskreise Gott und seine Herrlich־׳ keit zur Verwirklichung kommen kann und will. Innere Samm׳- lung, Versenkung in die Tiefe der Seele ist Grundlage des Gebets in Israel, das, obwohl Gebet der Gesamtheit, doch jedes einzelne Individuum in seiner Besonderheit zum Dienste des Höchsten, zum Gliede der messianischen Gemeinde weihen soll. Die Synagoge ist keine Theaterhalle, in der die Emporen und Logen und Bailustraden in aufdringlicher Sichtbarkeit den Einzelnen zur Schau stellen. Vielleicht, daß die seit alters geübte Gliederung des Synagogenhauptraums durch Säulen- und Pilasterreihen diesen Charakter des ׳צמצום der Selbsteingrenzung, des Verschwindens mit zum Endziel hatte. III. Das Äußere der Synagoge. כשבונין בית הכנסת אין בונין אותה אלא בגבהה של עיר שנאמר בראש הומיות תקרא־ ומגביהין אותה עד שתהא גבוהה מכל חצרות העיר שנאמר ולרומם את בית אלהינו• ואין פותחין פתחי הכנסת אלא במזרח שנאמר והחוגים לפגי המשכן קדמה• So man eine Synagoge baut, soll man sie nur auf erhöhter Stelle erbauen, wie es heißt: erhaben über dem Lärm der Straße 2

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