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Jeschurun · 1929-03-01 · Heft 3-4 (März 1929) · p. Seite 120

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 3-4 (März 1929)
Date
1929-03-01
Page
Seite 120 (sequence 14)
Language
German
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120 Die Architektur der Synagoge II. Männer - und Fraucnsgnagoge. עזרת הנשים היתה מוקפת בגזוזטרא כדי שיהיו הגשים רואות מלמעלן והאנשים* מלמטן כדי שלא יהיו מעורבבין Die Vorhalle der Frauen war von einer Galerie umgeben, daß die Frauen von oben, die Männer von unten zuschauten, damit sie nicht unter einander gemischt seien. רמב״ם הלכות בית הבחירה פ״ה ה״ט Das zweite Charakteristikum der Synagoge, der Selbstdarstellung der jüdischen Gemeinde im Gotteshause ist die Scheidung der Geschlechter. Sie geht zurück auf die Urzeit, wo die Vorhalle des Heiligtums in Esrath Jisroel und eine 8 Ellen tiefer liegende Esrath Naschim zerfiel, wo beim Feste des Wasserschöpfens den Frauen Galerien errichtet wurden, weil der Hallenraum selbst für die Männer in Anspruch genommen ward. Durch den Lauf der Jahrhunderte blieb es ein spezifisches Merkmal unserer Synagogen, daß in ihr Männern und Frauen eine besondere Welt angewiesen war. Um den Sinn und Symbolgehalt dieser Trennung ins rechte Licht zu setzen, sei die Begründung des Jeruschalmi (SuccaV, 2) im Wortlaut angeführt und erörtert: Welche bedeutsame Maßnahme תקון גדול hat man in der Halle vorgenommen? Man hat die Männer für sich und die Frauen für sich untergebracht. Denn ursprünglich war Esrath Naschim ein ebener Raum, aber man umgab ihn mit Seitenbauten, sodaß die Frauen von oben, die Männer unten zuschauten. So konnten sie sich nicht unter einander mischen. Woher hat man das gelernt? Aus einem Bibelwort: ״Einstens trauert die Erde, die Männer für sich, die Frauen für sich, alle Familien für sich.“ Ueber den Anlaß der Trauer streiten zwei Amoraim, einer meint, es sei die messianische Trauer, der andere, die Trauer über ״den Jezer Hora“ bei der sittlichen Endläuterung der Menschheit. Der erste folgert: Wenn schon der Welttrauertag Männer und Frauen gesondert sehen soll, um wieviel mehr die Stunde der Freude; der andere

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