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Jeschurun · 1929-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1929) · p. Seite 105

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 105 (sequence 107)
Language
German
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Bücherbesprechungen 105 Altalena. Richter und Narr. Verlag Meyer u. Jessen, München. Diese Darstellung der Simsongeschichte ist mehr, als bloß eine künstlerische Interpretation. Äußer der mit hervorragender Könnerschaft gezeichneten Welt der Richterzeit, die sie dem modernen Leser in einprägsamer Weise anschaulich macht, nimmt noch die,• m. E. das Wesentliche treffende Darstellung des Gegensatzes zwischen dem jüdischen und den andern Völkern gefangen. ״. . . Ueber dem allen aber ist eines, das allen gemeinsam: das hungrige Herz. Eine Gier nach allen Dingen, gesehenen und ungesehenen. In jeder Seele ist Auflehnung gegen das, was ist, und der Schrei: Noch! Noch!“ (S. 33(1.) Zwischen dieser im Grunde revolutionären Haltung und der ihr gegensätzlichen hervorragenden Ordnung im philistäischen Staat, einer Ordnung, erklärlich aus der Erbschaft alter Kultur, aber jetzt nur noch der im Bewußtsein des Volkes nicht mehr lebendige Änlaß zum Funktionieren einer verwickelten Staatsmaschinerie — zwischen diesen beiden Welten steht Simson. Äls Simsons Aufgabe sieht es der Verfasser, durch Annahme des Staatsgefüges und der Kampfesweise der Andern dem jüdischen Volk die selbstverständlich — heitere Unbefangenheit der fest im Lande wurzelnden Nation zu vermitteln, ohne daß es zugleich gezwungen wäre, seine Eigenart aufzugeben. Wie dieser Zwiespalt zwischen zwei Forderungen i n Simson gestaltet wird, kann nicht referiert, kann nur der Lektüre empfohlen sein. — Ein eigenwillig-kraftvolles Buch, auch da, wo es mit seiner Schilderung sich in Widerspruch zur biblischen Ueberlieferung setzt. Diese Widersprüche, besonders die biblischen - Berichte von der Erscheinung des Engels und der Eselskinnlade betreffend, stellen sich als vermenschlichend-künstlerische Erklärungsversuche wunderbarer Begebenheiten; wir könnten sie vermissen, ohne daß darunter das Kunstwerk leiden würde. Moritz Michaelis. Die Religion in Geschichte und Gegenwart. — Handwörter• buch für Theologie und Religionswissenschaft. — Zweite völlig neubearbeitete Auflage in Verbindung mit Alfred Bertholet, Hermann Faber und Horst Stephan. Herausgegeben von Herman Gunkel und Leopold Zscharnak Band II (23.—44. Lieferung). Verlag von J. C. K. Mohr Tübingen 1928 2068 Sp. Anlage und Ausführung des großangelegten Werkes ist bereits im Jahrgang XV dieser Zeitschrift S. 324—326 und S. 690— 692 vom Rez. gewürdigt woden. Hier einige Bemerkungen, zu denen der II. Band Anlaß gibt. — Es ist das Schicksal aller!derartigen Handwörterbücher, daß sie außerordentlich schnell veralten. Wenn nicht bei dem Kennwort ״Kirchenstaat“ noch im folgenden Bande Gelegenheit wäre, von dem welthistorischen Ereig-

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