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Jeschurun · 1929-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1929) · p. Seite 76

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 76 (sequence 78)
Language
German
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76 Die göttlichen Attribute ״ •כל שמך אמרתך שאתה מעביר לגו על מדותך וסולח לברDu hast Deinen Namen groß gemacht durch Deine Verheißung, Dein Name war der Mächtige, der Eifersüchtige, der Vergeltende, aber nach der Zusicherung Deiner Güte und Deiner Liebe hast Du Deinen Namen über alles groß gemacht durch Deine Verheißung, denn Du überwindest Deine Eigenschaften für uns und verzeihst uns.“ Welche Verheißung hiermit gemeint ist, geht aus dem Mitgeteilten nicht klar hervor. Man könnte an diejenige denken, von der auch Mosche (a. a. O.) spricht: "״יגדל בא כח * ♦ * כאשר דברת לאמר ה׳ ארך אפים. — daß nämlich Gott langmütig zu sein versprochen hatte. Vielleicht ist noch allgemeiner an den Midrasch gedacht, den auch Raschi zu I. B. M. 1, 1 anführt: "בראאלקים“. es heißt nicht 'בראה;(mit dem vierbuchstabigen Gottesnamen) vorerst beabsichtigte Gott, nur strenge Gerechtigkeit in der Welt walten zu lassen, doch er sah ein, daß die Welt dabei nicht bestehen könnte, da ließ er die Barmherzigkeit מדת הרחמים vorangehen und paarte sie mit der Gerechtigkeit מדת הדין; das sagt auch die Schrift, am Tage, da ה, אלקים Himmel und Erde gemacht hat.“ Es sind übrigens diese beiden Verheißungen ihrem Inhalte nach übereinstimmend, was auch aus der kurzen Bemerkung des Midrasch Raba zu den Worten יגדל גא כח (a. a. O.) erhellt: "תנצח מדת רחמים למדת הדין, die Barmherzigkeit möge die Gerechtigkeit besiegen.“ So erscheint denn die Gedulah, von der hier die Rede isj* als מדת טובך als Güte, die sich durch Ueberwindüng der strengen Gerechtigkeit kundgibt. Damit wäre auch die Frage beantwortet, die Ramban z. St. aufwirft, warum Mosche nur einen Teil der dreizehn göttlichen Midoth nennt und einen Teil unerwähnt läßt. Mosche flehte darum, daß Gott die Größe seiner Kraft erweisen sollte. Diese Größe besteht eben in der Ueberwindung des strengen, unerbittlichen Rechtes durch die Liebe, und darum berief er sich nur auf die göttliehen Eigenschaften, die zur Milde und zur Nachsicht bestimmen. Nicht in zerstörender Uebermacht will Gott seine Größe offenbaren, sondern in schaffender, erhaltender und erziehender Fürsorge und Güte. In diesem Sinn wird die Ge-

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