Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 75 (sequence 77)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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- Rashi 2× ep/1002670
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Die göttlichen Attribute 75 Zusammenfassend sei nunmehr festgestellt, daß an den Stellen, wo גדול als unmittelbares göttliches Attribut auftritt, es auf die Größe Gottes hinweist, die sich in der Schöpfung oder der Fürsorge für alle Lebewesen kundgibt. 3. Daß jedoch mit dieser Definition die volle Bedeutung des Attributes noch keineswegs erschlossen ist, das ergibt sich ohne weiteres aus folgender Stelle des Sifre (IV. B. M. 27, 12), die von Raschi zu dem Vers (V. B. M. 3, 24) zitiert wird: ,,Herr, Ewiger, Du hast begonnen, Deinem Diener Deine Größe zu zeigen . . את גדלך זו מדת טובך שנאמר ועתה ״ ,יגדל נא כח ה׳Deine ״Größe“, das ist die Eigenschaft Deiner Güte, denn es heißt (IV. B. M. 14, 17): ״und nun möge sich die Kraft des Herrn in ihrer Größe bewähren . . .“ — worauf die Eigenschaften der göttlichen Güte aufgezählt werden. Hier liegt also eine ganz neue Auffassung des Begriffs zu Grunde. Inwiefern zunächst die Güte Gottes als ״Größe“ bezeichnet werden kann, darüber dürfte eine Bemerkung Raschis Auf- Schluß geben, die folgenden Wortlaut hat. Es handelt sich um die Erklärung des schwierigen Verses in Psalmen 138, 2: ״Ich werfe mich nieder gegen die Stätte Deines Heiligtums und bekenne Deinen Namen, ob Deiner Liebe und ob Deiner Wahrheit, denn Du hast Deinen Namen über alles groß gemacht durch Deine Verheißung“. Hierzu Raschi: כי הגדלת על כל שמך אמרתך שמך בעל גבורות וקנוא ונוקם ואחר הבטחת סובך וחסדך הגדלת על תתגדל ותתקדש בתוך ebenso יתגדל ויתקדש- שמו של מלך מלכי המלכים (ירושלם עירך * * ועינינו תראינה מלכותך Auch hier lassen sich die Beispiele unschwer vermehren. Eine besondere Erklärung verlangt jedoch die Stelle in Maleachi 1, 11: ״Denn vom Aufgang der Sonne bis zu ihrem Untergang ist mein Name groß unter den Völkern, und an jeglichem Orte wird geräuchert,, dargebracht meinem Namen reines Opfer; denn groß ist mein Name unter den Völkern, spricht Gott Zebaoth“. Wie der Talmud jedoch erläutert (Menachoth 110a), spricht hier der Prophet nur die Wahrheit aus, daß die Heiden, wenn auch dem Götzendienst ergeben, doch an ein allerhöchstes Wesen glauben, dem sie reine Opfer darbringen; womit der Sinn des Ausdrucks: ״groß ist mein Name unter den Völkern“ erklärt ist.