Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 72 (sequence 74)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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72 Die göttlichen Attribute Ausspruch Salomos ist in diesem Sinne aufzufassen: (II. Chr. 2, 4) ״Das Haus, das ich baue, wird ״groß“ sein, denn ״groß“ ist unser Gott mehr als alle Götter“6). Ein sonst schwer verständlicher Midrasch (Bereschith Raba Äbschn. 87) gewinnt nunmehr ebenfalls seine Erklärung: ״Joseph sagt zu seiner Herrin, die ihn verführen will, ich fürchte mich vor Gott. Sie erwidert, er ist nicht; darauf er: גדול ה'ומהולל מאד“. Der Hinweis auf die Gedulah sollte also bedeuten, daß Gott überall sei und darum allwissend. Schließlich sei noch auf folgende Talmudstelle (Peßachim 118a) hingewiesen: ״Warum wird der 136. Psalm das ״große“ Hallel genannt? Rabbi Jochanan antwortet: Weil Gott in der Höhe der Welt thront, wie aus den Schlußworten hervorgeht, und trotzdem jedem Geschöpf Nahrung zuteilt, denn so heißt es am Ende dieses Psalmes: ״Er gibt Speise jedem Wesen, denn ewig währet seine Gnade“ und darauf folgt das Schlußwort: ״Huldigt dem Gott des Himmels, dessen Gnade ewig waltet“. Obgleich der geläufige Sprachgebrauch in diesem Fall das ״groß“ ohne weiteres auf ״Hallel“ bezieht, läßt die Erklärung des Rabbi Jochanan erkennen, daß es hier auf Gott Bezug hat und infolgedessen zu übersetzen ist: das Hallel des Großen. Daher wohl auch am Anfang des Tischgebetes die Wendung: ״Er möge es uns nie an Speise fehlen lassen, um seines großen Namens willen.“ schauung Gott nur גדול und nicht רם sei; er ist vielmehr für uns, wie bereits ausgeführt, beides zugleich. So lesen wir z. B. in Jesaja 57, 15: ״Denn also spricht der ״Hohe“ und Erhabene, der ewig throiit und dessen Name der Heilige ist“. Bezeichnend jedoch der Nachsatz: ״In der Höhe und als Heiliger will ich thronen, doch auch bei dem Niedergeschlagenen und dem, der gebeugten Gemütes ist, um wieder zu beleben den Mut der Bedrückteii und zu beleben das Herz des Zerschlagenen.“ Ebenso in Ps. 138, 6: ״Wahrlich, hoch ist der Ewige, aber er sieht auch den Niedrigen; er ist erhaben, gleichviel erkennt er aus der Ferne.“ 6) Vgl. hierzu Raschi zu I. Chr. 29, 11: ״Der Äusdruck Ge״ dulah kann auch auf die Errichtung des Heiligtums bezogen werden usw.“