Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 71 (sequence 73)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die göttlichen Ättribute 71 sachc, die von der Midraschliteratur und selbst in der Liturgie öfters unterstrichen wird.4) Die Bedeutungsentwicklung führt jetzt weiter dazu, daß גדול schlechthin angewandt wird, wo die allbeherrschende Stellung Gottes innerhalb der Menschheit ausgedrückt werden soll. Der Umstand, daß Gott in ewigen Zeiten der Herr aller irdischen Verhältnisse bleibt, läßt seine Größe wohl noch stärker hervortreten, als die einmalige Tatsache des Schöpfungsaktes. Man weiß, wie gerade dieser Standpunkt für das Judentum stets bedeutsam war und wie der weltanschauliche Gegensatz zum heidnischen Glauben seine scharfe Betonung immer wieder nötig macht. Von hier aus wird nun die in verschiedenen Wendungen vielfach wiederkehrende Gegenüber- Stellung verständlich, wie Psalm 99, 2: ה, בציון גדול ורם הוא על כל העמים, Gott ist in Zion groß und hoch bei allen Völkern.“ In Zion nämlich, in Israels Mitte herrscht der Glaube, daß Gott überall sei, in der Höhe und in der Tiefe, und daß alles seiner prüfenden und fürsorglichen Beachtung und Vergeltung untersteht, allein bei den übrigen Völkern ist er bloß ״hoch“, entsprechend der heidnischen Annahme, daß die Gottheiten, lediglich in der Höhe, im Olymp und anderen Göttersitzen thronen und um der Menschen Wandel und Geschick sich nicht kümmern. Dem gleichen Gedanken begegnen wir in Ps. 113: ״Hoch bei allen Völkern ist der Ewige, auf den Hirnmein ist seine Herrlichkeit“; dies ist die heidnische Anschauung, allein: ״wer ist wie der Ewige unser Gott, der so hoch er auch thront, doch tief niederschaut, im Himmel und zugleich auf Erden, der aus dem Staube den Armen emporhebt, aus dem Schutte den Dürftigen aufrichtet, um ihn zu setzen neben die Edlen, neben die Edlen seines Volkes.“5) Auch der 4) Vgl. aus dem Midrasch, Bereschith Raba I, 5 und Midrasch Tehiilim 104, 1. Äus der Liturgie die Änfangsstrophen des Ädon- Olam, den Einheitsgesang des fünften Tages, sowie das SchluBlied •שיר הכבוד 5) Die an dieser wie an anderen ähnlichen Stellen scharf pointierte Gegenüberstellung will nicht besagen, daß nach unserer Än-