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Jeschurun · 1929-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1929) · p. Seite 67

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 67 (sequence 69)
Language
German
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Die göttlichen Attribute 67 Bei der Entwicklung der Begriffe wird ein besonderes Augenmerk auf die Liturgie zu richten sein. Sehr viele sind es, denen heute das Gebetbuch in weit höherem Maße innerlieh fremd ist, als die Bibel. Noch harrt der Siddur einer solchen Bearbeitung, die uns ein tieferes Verständnis für die Gebetformeln und ihren Sinnzusammenhang vermittelt. Was u. a. das gründliche Eindringen in die Sprache der Weisen, die den Siddur geschaffen haben, so erschwert, ist der Umstand, daß wir das Einfühlungsvermögen verloren haben und mit den Begriffen und Ausdrücken, die jene verwendeten, nicht mehr die gleiche Vorstellung verbinden. Darum scheint ein Vorhaben, das die Eruierung der ursprünglichen Bedeutung vorf bestimmten, einer gleichen Kategorie angehörenden Begriffe zum Ziele hat, als Teillösung der Gesamtaufgabe zweckmäßig zu sein. Es wird also mit Hilfe der aus Bibel, Talmud und der späteren Exegese gewonnenen Definition der einzelnen Attribute, deren Anwendung im Siddur zu erklären sein, um solchermaßen nachzuweisen, wie diese Methode geeignet ist, schwierige Partien und dunkle Zusammenhänge in den Gebetstücken zu enträtseln.1) Die Bedeutung von גדול, groß, auf Gott bezogen, ist keineswegs in eindeutigem Sinn bestimmt. Eine oberflächliche Betrachtung genügt, um zu erkennen, wie verschieden der Begriff angewandt und wie vielseitig er gedeutet wird. 1. Die Gedulah Gottes zeigt sich zunächst durch seine Schöpfungstätigkeit. Die Erklärung, die der Talmud (Berachoth 58a) zu dem Schriftvers: ״Dir, Gott, ist die Größe . (I. Chr. 29, 11) gibt, lautet: זה מעשה בראשית, das ist der Schöpx) Von dem gleichen Bestreben war auch R. Naftali Herz Weisel geleitet, als er in seinem großangelegten Werk גן נעול den Begriff חכמה Weisheit, und die ihm verwandten Adjektive zu analysieren unternahm. Während er jedoch sämtliche Stellen, an denen diese Begriffe Vorkommen, behandelt, sollen hier, der Beschränkung des zur Verfügung stehenden Raumes Rechnung tragend, die Begriffe nur erläutert werden, ohne deren Anwendung in allen Fällen an Hand des gewonnenen Ergebnisses zu begründen.

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