Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 65 (sequence 67)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die göttlichen Attribute 65 die Probleme, die sich aus der Annahme bestimmter, der menschlichen Vorstellungswelt scheinbar entnommenen Eigenschäften Gottes ergeben, sowohl von der spezifisch religiösen Seite her eingehend behandelt, wie auch von der metaphysisehen und erkenntnistheoretischen. An der Literatur, die auf diesem Gebiet entstanden ist, sind jüdische Religionsphilosophen, wie auch nichtjüdische Theologen gemeinsam beteiligt gewesen. Unabhängig von den neuen Erkenntnissen, die infolge dieser Arbeiten gewonnen wurden, besteht aber ein noch unbefriedigtes Bedürfnis unvermindert fort. Die Notwendigkeit nämlich, solche Stellen aus Bibel und Liturgie, in denen göttliehe Attribute genannt sind, mit rechtem Verständnis zu erfassen, fordert eine klare Herausarbeitung und genaue Präzisierung der Bedeutung der einzelnen Attribute. Denn gerade die große Zahl von überlieferten Attributen, wie auch nicht minder die Häufung von scheinbar gleichbedeutenden Be- Zeichnungen für eine und dieselbe Eigenschaft, lassen eine scharfe Differenzierung und eine eng abgegrenzte Fixierung der Begriffe von hohem Wert erscheinen. Darüber hinaus ist die Möglichkeit nicht von der Hand zu weisen, auf Grund einer methodischen Interpretation der göttlichen Attribute zu einem geschlossenen System zu gelangen, das sich als ein Mittel zur philosophischen Erkenntnis des göttlichen Wesens und Wirkens darstellt. Hier ist eine Methode der immanenten Erkenntnis vorhanden, die, ganz in der Gedankenwelt der Begriffe verwurzelt, für die religionsphilosophische Forschung ihre Bedeutung hat. Hat doch auch Gott, als er der Bitte des Moses, ihm seine Herrlichkeit zu durch streng gesetzestreuer! Lebenswandels, verbunden mit äußerst gründlichem Studium der Lehre, zur Erkenntnis der Wahrheit durchdringen zu wollen“ — das war der Inhalt seines Lebens. Durch wertvolle Anregungen und Hinweise, die er noch kurze Zeit vor seiner פטירה gab, hat er zur Entstehung der vorliegenden Untersuchung wesentlich beigetragen. תבצב״ה 5