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Jeschurun · 1929-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1929) · p. Seite 42

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 42 (sequence 44)
Language
German
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42 Ethische Vergleiche die Gerechtigkeit zu begründen, so wie es Gott tut. Seine Tapferkeit und Stärke darf nicht der Selbstsucht und dem eigenen Vorteil dienen, sie darf kein Faustrecht darstellen; sie darf nur ein Ziel haben, Recht und Gerechtigkeit zu begründen, zu schützen und wo sie geschwunden sind, wieder in ihre Rechte einzusetzen. In diesem Sinne wird das Schwert und der tapfere Mann, der tapfere König, der es siegreich führt, im Psalter allerdings gepriesen: ״Gürte Dein Schwert um Deine Hüfte, Du Held! Es ist Dein Glanz und Deine Pracht. Und in dieser Deiner Pracht fahre hin zum Schutze der Wahrheit und der demutvollen Gerechtigkeit. Und wahrlieh Wunderbares wird Dich Deine Rechte lehren.“ Wiederum wird im Judentum ein natürlicher Trieb durch Beziehung auf Gott und in Nachahmung der göttlichen Eigenschäften, zu einer göttlichen Tugend. Verwandt mit der Tugend der Tapferkeit ist die Tugend der Gerechtigkeit, der kräftige Rechtssinn, der überall für die Durchführung des Rechts, des eigenen, wie des fremden, eintritt. Die Gerechtigkeit kennt zwei Seiten, nicht Unrecht tun, nicht Unrecht leiden, dafür zu sorgen, daß kein Unrecht geschieht, weder uns selbst, noch einem anderen. Das Christentum kennt diese Tugend nur in dem Sinne, daß wir kein Unrecht tun düffen. Die andere Seite, nicht Unrecht leiden, negiert es ausdrücklich. Das Evangelium sagt: ״Ich aber sage Euch, daß Ihr nicht widerstreben sollt dem Bösen, sondern, so Dir Jemand einen Streich gibt auf Deinen rechten Backen, dem biete den anderen auch dar, und so jemand mit Dir vor Gericht will, um Deinen Rock zu kriegen, so laß ihm auch den Mantel.“ Es wird hier auch jeder Rechtshandel untersagt. Der Rechtskampf ist die zivile Form der Selbsterhaltung neben der militärischen durch das Schwert. Dieses Wort des Evangeliums kann aber eine absolute Billigung keinesfalls erfahren; es wirkt unter Umständen durchaus im Sinne einer Vernichtung der menschlichen Gesellschaft. Wenn ich nach dem Evangelium verfahre, so bin ich der Veranlasser des Unrechts, das der andere tut. Wir dürfen

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