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Jeschurun · 1929-01-01 · Heft 1-2 (Januar 1929) · p. Seite 37

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
16 (1929)
Issue
Heft 1-2 (Januar 1929)
Date
1929-01-01
Page
Seite 37 (sequence 39)
Language
German
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Ethische Vergleiche 37 seinem Inhalt, um durch Arbeit und Kampf den Nachweis des ernsten Strebens nach wahrer Vervollkommnung zu erbringen, um die im Mittelpunkte der jüdischen Religion stehende Grundforderung des Wandels in den Wegen Gottes zu er׳- füllen. Aus dieser Grundanschauung des Judentums, die ebenso sehr im Gegensatz steht zu der griechischen, wie zu der christlichen, ergibt sich die Tatsache, daß die jüdische Religion, ebenso wie die aus ihr erfließende moralische Anschauung, die Kultur der Erde anstrebt unter Einhaltung der göttlichen Forderung, daß wir das Diesseits in den Dienst des Jenseits stellen sollen, und die weitere glückliche Folge, daß die Moral des Judentums in der theoretischen Lehre der Quellen, wie in der praktischen Durchführung eine durchaus einheitliche ist. Diese Grundanschauung des Judentums werden wir bei allen Einzelheiten der ethischen Auffassung im Gegensätze zu der griechischen und christlichen Moral als ein durchaus lebendiges, bewußtes Streben erkennen. Selbstverständlich nicht in dem Sinne des geschichtlichen Ablaufs, in welchem das Judentum als älteste Kulturquelle, als älteste moralische Bewegung am Anfang steht, wohl aber im Sinne der logischen Auffassung ist darum das Judentum als in der Mitte zwischen der griechischen und christlichen Anschauung stehend zu werten. Wenn das griechische Volk und seine Philosophen als Zweck des Lebens und demgemäß als Zweck der philosophischen Betrachtung den Satz aufstellen: cog äya&ög ts xal svdaC^imv a^ea yivetau av7]Q ״wie der Mensch gut und damit gleichzeitig glücklich werde,“ so denken sie durchaus an das Diesseits. Das Leben nach dem Tode ist dem Griechen ein Schattenleben von nicht viel Bedeutung; wenigstens hat der Gedanke des Jenseits bei den Griechen nicht die Tendenz und nicht die Wirkung einer Anregung des menschlichen Willens. Wie jeder natürliche Mensch vor der Berührung mit dem Tode zurückschreckt, so verunreinigte nach griechischer Auffassung die Berührung mit

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