Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 16 (1929)
- Issue
- Heft 1-2 (Januar 1929)
- Date
- 1929-01-01
- Page
- Seite 21 (sequence 23)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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אין מוקדם ומאוחר בתורה 21 אין מוקדם ומאוחר בתורה* Ein exegetischer Versuch über Numeri, c. 1—9. Von Landesrabbiner Dr. de Haas, Oldenburg׳ Die Frage nach dem inneren Zusammenhänge der einzelnen Abschnitte des Pentateuch hat, wie mir scheint, noch lange nicht die Aufmerksamkeit und Arbeit gefunden, die sie verdient. Freilich wird sie in der Form מה ענין זה לכאן regelmäßig schon im Talmud und Midrasch und nach deren Vorgang auch von unseren alten Erklärern, besonders von Raschi, fast regelmäßig gestellt und beantwortet, doch meist nur auf halachische oder hagadische Weise. Selbst ein so vielseitiger und scharfsinniger Kommentator wie Ibn Esra scheint diese Problerne kaum in ihrer ganzen Schwere gefühlt zu haben und sich die Sache oft ein wenig leicht zu machen. Erst Nachmanides und nach seinem Vorgänge Don Isaak Abarbanel, der letztere ganz eingehend und systematisch, würdigen diese Dinge einer großen Beachtung. Die modernen kritischen Kommentare zum Pentateuch enthalten über unsere Fragen fast gar nichts. Sie werten die scheinbaren Zusammenhangslosigkeiten im Pentateuch lediglich als Beweismittel gegen seine Einheitlichkeit. Sucht man indessen nach einer wirklichen Erklärung, so wird man meist enttäuscht heimgeschickt und kann sich, wenn einem das genügt, dabei beruhigen, daß die Unordnung ganz in Ordnung sei. Es leuchtet jedoch ein, daß die Frage nach dem inneren Zusammenhang der einzelnen Abschnitte im Pentateuch auch dann gestellt und beantwortet werden muß, wenn man auf dem Boden der Kritik stehend annimmt, daß dort literarische Er- Zeugnisse verschiedener Verfasser und Zeiten zusammen- und ineinandergearbeitet sind. Wer immer die Redaktoren und Diaskeuasten des Pentateuchs waren — es kann ihnen freilieh bisweilen ein Versehen oder Irrtum unterlaufen sein, aber so leichtfertig und gedankenlos haben sie sicher nicht gearbeitet, daß sie die einzelnen Stücke und Fragmente, so wie sie Ihnen die Hand kamen, aneinandergereiht haben ohne