Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 679 (sequence 103)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Anders als die Änderen. 679 den er einschlägt, in mehrfacher Weise merkwürdig. Nachdem er sich das metaphysische Bedürfnis des Menschen von der neueren Forschung, von Buddha, von Oskar Wilde, von Voltaire, von der chinesischen Spekulation, von den indischen Upanishads hat bescheinigen lassen, — findet er schließlich den grundlegenden Wesensunterschied zwischen Judentum und Nichtjudentum. ,,Der Nichtjude aktiviert“, sagt er, ״sein metaphysisches Bedürfnis, indem er die Schöpfungsakte der Natur zu wiederholen sucht“ (״Werke der Kunst und Kultur“, ״philosophische Systeme“). ״Allen diesen Werken,“ fährt er fort, ״haftet eine Rückverbindung mit den letzten Dingen an, aber nur in ihrem ersten Anstoß“. Doch die ursprüngliche Triebkraft ״geht in relativ endlicher Verwirrung verloren. Die Aktivierungsmöglichkeiten des menschlichen Gottesbedürfnisses können nur von Gott offenbart werden, nur Gott selbst kann bestimmen, auf welche Art und Weise menschliche Funktionen benützt werden müssen, um mit Absolutem zu kommunizieren.“ Und darum können nur wir Juden, denen Gott sich offenbarte, ״mittelst der Thora“, der ״Ausstrahlung Gottes zu den Mensehen“, ״die das unfaßbar Absolute konkretisiert, menschliehen Verstandesmöglichkeiten zuführt,“ ״das metaphysische Bedürfnis aktivieren.“ Mit Verlaub: Wenn man, ganz richtigerweise, ein metaphysisches Grundbedürfnis des Menschen annimmt und dafür Zeugen aufruft, von denen ein Teil zu den religiösen Genien der Menschheit gezählt werden, dann darf man diesen Umstand, dann darf man nicht verschweigen, daß es auch Nichtjuden gab, die dem spezifisch Religiösen hingegeben waren. Dann darf man nicht behaupten, daß die Nichtjuden ihr metaphysisches Bedürfnis nur durch Wiederholung der Schöpfungsakte der Natur, nur durch Werke der Kunst und Kultur und durch philosophische Systeme aktivieren. Dann kann man höchstens sagen, daß diesen Menschen und Völkern die religiöse Aktivierung ihres metaphysischen Bedürfnisses stets einigermaßen vorbeigelang. Und auch diese Fassung gibt, wenn man die Frage aus dem Vergangenen ins Zukünftige und aus