Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 678 (sequence 102)
- Language
- German
- Belongs to
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678 Ändere als die Änderen. denen der dem jüdischen entgegengesetzte Geist in der Welt besonders erstarkt und an versucherischer Kraft besonders gewinnt. Außerdem gibt es eine Art, dem Gesetze peinlichst zu gehorsamen, die doch nicht das Anderssein, wie es die Thora im Sinne hat, verbürgt. Das ist jene Erfüllung, die ein Uebungsgerippe bleibt, das nicht nur nicht vom Geiste bewegt, sondern auch mit dem Fleische eigenen Lebens nicht umkleidet ist, sozusagen neben einem fremden, ihm angeklebten Körper daherläuft, überhaupt kein Sein, geschweige ein Anderssein verwirklicht. Und auch dieser Mangel ist in den Zeiten des Aufstandes gegen Gott am größten. Wenn man sich aber nicht so ohneweiters darauf verlassen darf, daß sich aus der Befolgung der Thoragebote in praxi schon von selbst das in ihrem Plane liegende Anderssein des jüdischen Volkes ergeben müsse, dann ist natürlich — ganz abgesehen von der theoretischen Berechtigung — der Nutzen und die Notwendigkeit einer Untersuchung über Wesen und Grenzen jenes Andersseins gegeben. Nun hat sich kürzlich eine Stimme zu der Frage vernehmen lassen. Und wahrlich nicht mit jener Unentschiedenheit und Unausgesprochenheit, die sonst den gelegentlichen Aeußerungen über das Anderssein und Andersseinsollen des jüdischen Vclkes anhaften. Man kann es dem Verfasser des Aufsatzes, der hier gemeint ist1), nicht abstreiten, daß er aufs Ganze, um nicht zu sagen: aufs Ganzeste geht. Dabei ist der Weg, 1) Ich trage mich schon ziemlich lange mit dem Gedanken, den in diesem Aufsätze bekämpften Tendenzen, die in verschiedenen Variationen in unserer heutigen Jugend herumgeistern, entgegenzutreten, verschob aber die Ausführung dieser Absicht immer wieder. Nun hat jedoch ein in den ,,Luachblättern der Ägudas Jisroel- Jugendgruppe Wien 5689“ erschienener Artikel von Siegmund Forst dem Faß den Boden ausgeschlagen. Jetzt, da die erwähnten Tendenzen förmlich proklamiert werden, darf angesichts der Gefahr im Verzüge nicht weiter geschwiegen sein. Und die Antwort tut, glaube ich, am besten, sich dabei an die Veröffentlichung in den ״Luachblättern“ zu halten. Dr. N. B.