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Jeschurun · 1928-11-01 · Heft 11-12 (November 1928) · p. Seite 675

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 11-12 (November 1928)
Date
1928-11-01
Page
Seite 675 (sequence 99)
Language
German
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Der Passauer Judenprozeß 1478. 675 Statt dessen hat man sie als Zeugnisse jüdischer Bosheit und Göttlicher Wunderoffenbarung auf bewahrt und nach der größeren St. Bartholomäus-Pfarrkirche gebracht. Im Jahre 1864 beschreibt sie Erhard* 1: ,,Wir erblicken auf denselben (Glasgemälden, die erst in neuerer Zeit aus der St. Salvatorkirche hierher gebracht worden) eine bildliche Darstellung des Frevels, welchen die Juden 14762 an dem hl. Ältarsakramente begangen haben. Äuf einem Fenster im Presbyterium links erscheinen die Juden um einen Tisch versammelt, auf welchem mehrere Hostien liegen, welche einer der Juden eben mit Einern spitzigen Messer zu durchbohren im Begriffe ist. Daneben ist eine männliche Figur mit einem großen Messer in der Hand abgebildet, vielleicht den Juden Veidel darstellend, welcher diese Freveltat begangen haben soll.3 Äuf dem linken Seitenaltar ist hinter einem vergoldeten Giitter noch der Marmorstein zu sehen, auf welchem laut Inschrift die heil. Hostien zerschnitten worden sein sollen. Das dazu gebrauchte Messer wird in der Sakristei aufbewahrt und auf Verlangen vorge- Conrad Wießner) und ״Alte Synagoge zu Passau“ (das Innere gez. Seeberger) ist leider der Irrtum entstanden, als ob die alte Passauer Synagoge dargestellt wäre. Sie ist in der Liste bei Grotte, Deutsche, böhmische und polnische Synagogentypen, S. 31 zu streichen. Obgleich Krautheimer, Mittelalterliche Synagogen, S. 249 die Existenz der Synagoge anzweifelte, wurde noch 1928 in den Mitteilungen der Großloge des Ordens Bne Briß für Deutschland (Festnummer), S. 156 die Kirche nach dem Stiche Wießner-Poppels als Synagoge vorgeführt. In Wirklichkeit handelt es sich um die St. Salvatorkirche (bei Krautheimer falsch: Kirche Heiligkreuz). Von der Passauer Synagoge existiert seit 1478 kein Stein mehr, es sei denn der in der St. Bartholomäuskirche aufbewahrte Marmorstein (siehe weiter), wenn er echt ist. 1 Geschichte der Stadt Passau II, 218. 2 Falsch für 1477. 3 Die Darstellung ist offenbar eine Nachbildung von Bild 4 des Flugblattes. Nur dieses eine Glasfenster hat sich erhalten. Siehe die Abbildung 22 in der Niederbayerischen Monatsschrift V, 55. Doch entspricht diese Wiedergabe nicht der Beschreibung, die Erhard gibt.

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