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Jeschurun · 1928-11-01 · Heft 11-12 (November 1928) · p. Seite 674

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 11-12 (November 1928)
Date
1928-11-01
Page
Seite 674 (sequence 98)
Language
German
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674 Der Passauer Judenprozeß 1478. zuverlässigen Einzelnachrichten. Fest steht, daß er seinen Marschall1 mit dem Prozesse besonders beauftragte und die Verbrennung der Juden trotz des kaiserlichen Einspruchs geschehen ließ. An die von den Juden eingestandenen Wunder glaubte auch er, da er den Bau der Kirche anordnete und den Grundstein dazu legte. Daß man in dieser Sühnekirche St. Salvator, die in der Tat wie die Deggendorf er Grabkirche sogleich das Ziel zahlreicher Wallfahrten wurde, im Anfänge des 16. Jahrhunderts eine von den Juden angeblich durchbohrte und ,,verbrannte“ Hostie sowie das zur Durchbohrung benutzte Messer zeigte, haben wir oben2 aus den Aufzeichnungen des im Kloster Vornbach bei Passau lebenden Abtes Rumpler erfahren. Nach Eck war 1541 auch noch der Backofen3 zu sehen, aus dem die Engel und Tauben herausgeflogen sein sollen. Und Bruschius 4 erzählt 1555, daß die ganze Hostiengeschichte in der Kirche abgebildet war. Man sollte meinen, daß diese Dokumente einer traurigen Vergangenheit, soweit sie sich erhielten, beseitigt wurden oder in ein Museum wanderten, als die teils zerstörte, teils verwüstete St. Salvatorkirche5 1842—1861 wiederhergestellt wurde. 1 Der Marschall war zugleich städtischer, vom Bischof eingesetzter Richter, der im Verein mit den gleichfalls vom Bischof bestallten Ratsmitgliedern und bischöflichen Anwälten das öffentliche Gericht abhielt: Erhard I, 135, 177. Damit erklärt sich Fellhainers Mitteilung (oben S. 547), daß Bischof und Rat die Juden verbrennen ließen. Nach Eck hat der Bischof ״mit großem Ernst die Sach gehandelt und gelehrt und treffenlichen Laien die Sach befohlen/* 2 S. 552. Siehe dazu meine Ausführungen S. 662—63. 3 In Deggendorf wurden die Steine des Ofens v. J. 1337 noch 1604 unter dem Gruftaltar der Grabkirche aufbewahrt: Sartorius S. 77. 4De Laureaco et de Patavio II, 254: ad aream,* prope quam tota historia depicta cernitur. Die weiter erwähnten Glasbilder? 5Aus dem Jahre 1846 gibt es durch J. Poppel zwei Stiche des damaligen Zustandes der Kirche (Beilagen zu ״Passau und. seine Umgebungen“: Bibliothek d. jüdischen Gemeinde zu Berlin Nr. 17883, Kunstsammlung daselbst Äcc. Nr. 960—61.) Durch die falschen Unterschriften ״Ehemalige Synagoge zu Passau“ (das Aeußere gez.

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