Mannheim
Compact Memory

Jeschurun · 1928-11-01 · Heft 11-12 (November 1928) · p. Seite 672

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 11-12 (November 1928)
Date
1928-11-01
Page
Seite 672 (sequence 96)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
89% known words query
IRI
…/2292929-2293057-2293064--10188-2303482
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

672 Der Passauer JudenprozeB 1478. häuft wurde1 und durch den bewilligten Sündenerlaß als Ziel jährlicher Wallfahrten diente.2 Hier in Deggendorf3 hatte also Sebastian als Vorlage sowohl die Peinigung mit Bluterguß als auch die Verbrennung. Ebenso ist die Wundererscheinung des Kindes4 dort vorhanden.5 Die Versendung der Hostien nach auswärts fehlt. Doch diese war wohl aus dem Hostienprozeß in dem nahen Salzburg 6 im Jahre 1404 und aus den beiden letzten großen Prozessen in Wien7 und Breslau8 bekannt. So lag es nahe, 1. Zuletzt (vor dem Passauer Prozeß) 1471: Sartorius S. 110 bis 125, Aretin S. 24 und 30. Ueber die Kirche siehe Niederbagerische Monatsschrift V, 80—82 (mit Äbbildungen). 2 Die Wallfahrten finden noch heute statt. 3 Für Deggendorf diente wieder als Vorlage der Pariser Hostienprozeß 1290: Steub S. 127—128. Vgl. meine Notiz im Magazin f. d. Wissenschaft d. Judentums 1889, S. 128. 4 In Passau erzählt von einem solchen nur Walch in seinem Geständnis. Die Änderen sahen Engel oder Tauben aus dem Ofen fliegen. 5 Der erwähnte Deggendorfer Bericht meldet noch, daß nach Änzündung der Sgnagoge das Sakrament (11 Hostien) aus dem Feuer herausflog, sich auf den Pelz und Schoß eines frommen Schmiedes niederiieß und sich schließlich in die Hände eines Priesters begab. 6 Scherer, S. 554. Ältmann, Geschichte der Juden in Stadt und Land Salzburg, S. 120, 125, 216. Mitteilungen Salzburgs über den dortigen Hostienprozeß, nach München und Linz gerichtet, haben sich erhalten. Ein solcher Brief dürfte 1404 auch nach Passau gesandt worden sein. — Der Text einer ähnlichen Bekanntmachung des Jahres 1404 (Inschrift der Müllner Liebfrauenkirche) hat dem Passauer Flugblatt als Vorlage gedient. Mit dem Flugblatt übereinstimmende Worte der Inschrift wie: ״Geding gemacht mit ainem verzagten Christenmenschen . . . derselbige Mensch nach Juda Sitten, ungedechtig seiner Seelen Hagl ... dem das gros Ybel billig zu Herzen gangen ist . . . zu den Zeiten war hie erzbischof“ sind schwerlich zufälliger Art. 7 Siehe die Bekanntmachungen vom 12. März und 16. April 1421 bei Goidmann S. 132—135. Vgl. Krauß S. 68. 8 Brann, Geschichte d. Juden in Schlesien, S. 132.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.