Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 657 (sequence 81)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Der Passauer JudenprozeB 1478. 657 6. Alt Mayr, 7. Kolman, 8. Salmon, 9. Jösl, 10. Jung Mayr. In E: 1. Männdl, 2. Välkchel, 3. Kolman, 4. Walh, 5. Veydel, 6. Alt Mair, 7. Salmon, 8. Vettrl, 9. Jung Mayr, 10. Jösl. 1 2 Vergleichen wir die Ordnungen miteinander, so sehen wir, daß in E zunächst die Geständnisse der vier Juden erzählt werden, die sich später taufen ließen. Erst dann folgen die anderen Verhöre. Demgegenüber ist die Reihenfolge in R verläßlieher. Christoph nennt Unger- und Männdel. Da der erstere nicht mehr in Passau war, verhörte man Männdel. Dieser bezichtigt Veydel der Hostiendurchbohrung. So war es selbstverständlich, daß man Veydel vernahm. In E folgt aber nicht das Verhör Veydels, sondern das des Välkchel, der überhaupt noch nicht erwähnt worden war. Veydel nennt wiederum Vetterl als den, der die Hostien aufbewahrte, und Walch als den, der sie in den Ofen warf. So folgten mit Recht, wie R meldet, die Verhöre von Walch und Vetterl und nicht, wie E hat, die von Kolman, Walch und Veydel. Daß man den Hauptattentäter Veydel erst so spät verhörte, — in E steht ausdrücklich ,,darnach“, also nach Walch — ist ganz ausgeschlossen, selbst wenn man annimmt, daß die Verhöre nicht sachgemäß aufeinander folgten. Andererseits ist von hier ab auch die Ordnung in R nicht wahrscheinlich; denn da kommt jetzt der in R noch nicht genannte Välkchel (Falk, Fälkel) an die Reihe, während man den schon von Männdel bezichtigten Kolman erwartet. Auf Välkchel folgt der alte Mayer, da Välkchel gesagt hatte, daß Mayer die Hostien in die Synagoge brachte und alle Geheimnisse der Juden wüßte. Erst dann wird Kolman verhört. Den Beschluß machen in R Salmon, Jösel und der junge Mayer 1 Fellhainer nennt in seinem Liede: Mandel, Kolman, Walg und Salman: oben S. 547. Die Reihenfolge der Namen lehrt, daß ihm die Geständnisse in der Ordnung der Ebersberger Handschrift bekannt waren. 2 Im Äppendix zu Schreitwein heißt er David: oben S. 048. 6