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Jeschurun · 1928-11-01 · Heft 11-12 (November 1928) · p. Seite 639

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 11-12 (November 1928)
Date
1928-11-01
Page
Seite 639 (sequence 63)
Language
German
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Die ursprüngliche Schrift des Pentateuchs. 639 Anders verhält es sich aber mit der linguistischen Erklärung Rabbis למה נקרא שמד. אשורית שמאושר בכתב• Diese Schrift heißt deswegen אשורי weil sie die gelungenste, die vollendetste ist. אשור ist demnach gebildet aus dem Stamme אשר (wie כי אשדוני בנות Gn. 30, 13, ראוה בנות ויאשרוה) Prov. 31, 28 (zur Verbalform vgl. אגורי von אגר — sammeln זית אגורי Talm. Jerus. Bikkurim I, 3; ferner בדוקי von ׳בדק sowie אסופי ׳שתוקי u. a. m. Kiddüschin 69a). Aber auch sonst ist es kaum begreiflich, daß ein Mann wie Esra der מחזיר עטרה ליושנה war, es auf sich genommen hätte, die Schrift der Thora, die schon durch den Inhalt als geheiligt angesehen werden mußte, mit der Schrift der heidnischen Feinde zu vertauschen, nur deswegen, weil die Samaritaner ihre Thora, die sie in anderer Sprache besaßen, in einer Abart der althebräischen Schrift konserviert haben. Ganz unannehmbar ist die Behauptung der Archäologen, daß unsere Vorahnen keine eigene Schrift nach Kanaan mitgebracht haben, daß im Handelsverkehr sie sich wohl in alter Zeit der kanaanäischen althebräischen Schrift bedienten, die die vulgäre war, im Gegensatz zu der Keilschrift, die auch bei den Israeliten die Schrift des Rechts und des Gerichts war, somit die ״heilige“ Schrift, die ״Gottesschrift“ (Exod. 31, 18; 32, 16), die Schrift der ,,Gelehrten“. (Vgl. I. Benzinger, Hebräische Archäologie, 3. Aufl., S. 176/7). Oder wenn gesagt wird: Die Quadratschrift ist nach der jüdischen Ueberlieferung von Esra aus dem Exil mitgebracht und bei den Juden eingeführt worden. Daran ist so viel richtig, daß nach dem Exil aramäische Sprache und Schrift die offiziellen waren (wie früher babylonisch und Keilschrift). Auch im Privatleben und Handelsverkehr drang die handlichere, bequemere Schrift naturgemäß immer mehr ein, und die althebräische wurde zur ״heiligen“ Schrift . . . Wann die Umschrift der heiligen Schriften in aramäischer Schrift geschah, ist uns nicht genau bekannt (Benzinger, a. a. O., S. 185). Unsere Ahnen haben demgemäß zuerst die Keilschrift als ״heilig“ angesehen, nachher ״heiligten“ sie die vulgäre gemeinsemitische althebräische Schrift, um zu aller-

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