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Jeschurun · 1928-11-01 · Heft 11-12 (November 1928) · p. Seite 637

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 11-12 (November 1928)
Date
1928-11-01
Page
Seite 637 (sequence 61)
Language
German
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Die ursprüngliche Schrift des Pentateuchs. 637 heidnischen Völkern, wenn auch semitischer Abstammung, gemeinsamen Schrift des Älthebräischen niedergeschrieben war. Die Quadratschrift war seiner Ansicht bezw. seiner Ueberlieferung nach jüdischen Ursprungs und stellt die Ursprungliehe Schrift des Pentateuchs dar. Der religiös-kulturelle — auch national sich auswirkende — Verfall verursachte ein zeitliches Verlorengehen dieser heiligen Schrift in Israel. Eine gewisse Zeit — wohl seit der Zerstörung des Tempels bis zum Aufzug Esras — war in Israel nur noch die רעץ-Schrift (d. Älthebräische) vorhanden. Unter dem Einfluß Esras kehrte man zur כתב אשורי zurück. Esra hat demnach nichts Neues eingeführt oder entlehnt, sondern bloß die in Vergessenheit geratene, alte כתב אשורי wieder eingeführt. Dies ist ein Gedankengang, der viel für sich hat, wie uns auch die weiteren Ausführungen zeigen werden. Auch im Talmud Jeruschalmi finden wir diese Kontroverse. Und nachdem dort die Ansicht Rabbi Joses mitgeteilt wird, heißt es: •רבי נתן אומר ברעץ נתנה התורה ואתיא כר׳ יוסי Darauf folgt die Ansicht Rabbis, dessen Worte im Talmud Babli נהפכה" להם לרועץ erst durch die erwähnten Worte Rabbi Natans verständlich werden. Die jüdischen wie nichtjüdischen Wissenschaftler halten nun an der Äeußerung Rabbi Joses bezw. Mar-Sutras fest, daß die Quadratschrift fremden Ursprungs sei. Die Ansichten Rabbi Elasar Hamodais bezw. Rabbis werden entweder ignoriert oder als ein Versuch ״des Hinweginterpretiere ns der ersten Ansicht“ bezeichnet, ״durch welches Streben aber der fremde Ursprung nur bekräftigt wird.“ Der schlagende Beweis für diese Behauptung steht allerdings noch aus. Kehren wir zu den jüdischen Gelehrten der nachtalmudisehen Äera zurück, so erfahren wir, daß auch sie geteilter Meinung waren. Die einen folgten der Ansicht des R. Joses und so schreibt z. B. Rabbi Josef Albo im Ikkarim, Maamar III: Abschnitt XVI. Der weitaus größte Teil aber “war absolut dagegen. S. z. B. Rabbi Hai Gaon (Komm, zu Jadaim).

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