Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 633 (sequence 57)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Die ursprüngliche Schrift des Pentateuchs. 633 Problem der ursprünglichen Schrift des Pentateuchs beschäftigen, und nach Möglichkeit zu beleuchten versuchen. Ich habe den Äusdruck ״ursprüngliche Schrift“ gebraucht — genauer wäre ״Urschrift“ — weil in unserer überlieferten Literatur, wenn von der Schrift der Thora die Rede ist, eigentlich von zwei verschiedenen Schriftarten, einer primären und einer sekundären, gesprochen wird, von einer כתב עברי (hebräische Schrift) und einer כתב אשורי (assyrische Schrift). Die Weisen des Talmuds beschäftigten sich ausführlich mit der Frage: In welcher der beiden genannten Schriften die heilige Schrift ursprünglich geschrieben war. Bevor wir aber auf die Auseinandersetzung unserer Weisen eingehen, muß vorausgeschickt werden, daß seit vielen Jahrhunderten unseren Ältvorderen die Kenntnis der כתב עברי völlig verloren gegangen war. Nur einzelne Große in Israel, wie Rabbi Mosche ben Nachman, Rabbi Äsarja de Rosst, R. Estori Farchi und R. Mosche Älaschkar bekamen Fragmente jener Schrift, durch Auffindung von Münzen aus der Zeit der Makkabäer, deren Aufschriften im Althebräisch geprägt waren, zu Gesicht. Erst durch die vielen Ausgrabungen besonders seit der zweiten Hälfte des vorigen Jahrhunderts und der dabei gefundenen wertvollen Inschriften in genannter Schrift, hat ein weiterer Kreis von Forschern diese kennen gelernt. Wir wissen jetzt, daß diese Schrift zur Zeit des ersten und ebenso der des zweiten Tempels in Erez-Israel im Gebrauch war. (Man denke an die Siloah-Inschriften aus der Mitte des 9. Jahrhunderts und an die Münzen der Makkabäer.) Bei den Samaritanern ist eine Abart dieser Schrift stetig im Gebrauch geblieben. Wer die Gelegenheit wahrnimmt, die כתב עברי mit der bei uns üblichen כתב אשורי zu vergleichen, der konstatiert nicht nur, daß zwischen ihnen kaum eine 'Äehnlichkeit zu entdecken ist, sondern auch, daß die erstere auch eine besondere -Eigenart aufweist, über die wir noch zu sprechen haben werden. Den Talmudweisen war selbstverständlich die כתב עברי noch gut bekannt. Sie warfen daher die prinzipielle Frage auf: