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Jeschurun · 1928-11-01 · Heft 11-12 (November 1928) · p. Seite 626

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 11-12 (November 1928)
Date
1928-11-01
Page
Seite 626 (sequence 50)
Language
German
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626 Sinn und Seele des ״Höre Israel“. sierungsgewähr für diese ethische Aufgabe. ״Höre Israel“ ist darum Erkenntnis und Ethik zugleich, ist na’asse wenischma, ist die aus dem Gotthören gefolgerte Tat des Gehorchens und Erhörens, aber nicht nur des Gottgehorchens, sondern auch des Menschenerhörens. Auch aus dem Ruf der Mitmenschen spricht mitunter Gottes Stimme zu uns. Hat doch — wie die Weisen lehren — aus Moses Reden und Forderungen an das Volk Gottes Stimme selbst gesprochen, wie ihm ja Gott gleich bei Uebergabe seiner Sendung versicherte: . ich werde sein mit deinem Munde und dich unterweisen, was du reden sollst“1) Im Anrufe Moses beim Dornbüsche hüllte sich Gottes Stimme in den Klang der Stimme seines Vaters Amram,2) um seine Seele umso tiefer anzusprechen. Das Sch’ma erinnert uns — nach der ethisierenden Version der midraschichen Begründung, (vgl. Anmerk. 16) daran, Gottes Ruf aus den Stimmen derer fortklingen zu hören, die für Gott und in seinem Namen zu uns sprechen. Denn das tagliehe Sch’ma der Israelsnachkommen knüpft auch an das Sch’ma an, das die Söhne Jakobs zu ihrem Vater sprachen, als er sie vor seinem Verscheiden um sich versammelte und die ernste Frage an sie richtete, ob ihre Herzen ungeteilt seien und bleiben wollten für Gott, den Einig-Einzigen. Sie haben ihm darauf zugerufen: ״Höre, Israel, unser Vater: Wie in deinem Herzen nur für den Einig-Einzigen Platz ist, so auch in dem unsrigen.“ Getrost entschlief der Patriarch mit dem Lobe Gottes auf den Lippen, und unser tägliches Sch’ma ruft ihn an und spricht: Höre, Israel, der du in der Höhle Machpela ruhst, das Vermächtnis, auf das dein Mahnruf uns damals verpflichtete, ist noch lebendig in uns, der Ewige, unser Gott ist uns der einig-einzige. Wiewohl erkenntnismäßig das ״Höre *) Exod. 4, 12. Vgl. auch ebd. 15 und 19, 19. Gott ließ in der Offenbarungsstunde Moses Stimme zugleich mit seiner laut werden, damit Israel später in den Verkündigungen; die es, auf eigenen Wunsch, von Moses vernehmen sollte, Gott selbst zu sich sprechen höre. 2) Midr. r, B’reschit 2, 3.

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