Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 623 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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Sinn und Seele des ״Höre Israel“. Fassung des ,,Elokenu“ als Apposition (wie in den Ueber- Setzungen von Zunz, Philippson, Hirsch, Bernfeld u. a.), sondern durch Beziehung entweder des ganzen Teils nach sch’ma jisrael als Objekt auf das Verb sch’ma oder durch die Auf fassung bloß des Teils 2a als Akkusativobjekt und durch Abtrennung von 2b als Aussage, also: 1. ״Höre, Israel, den Ewigen, unseren Gott, den ewigen, einzigen!“ oder 2. ״Höre, Israel, den Ewigen, unseren Gott: der Ewige ist der Einzige!“ י) Dieses sozusagen ununterbrochene Gotthören findet man in der Vorstellungsweise unserer Ueberlieferung oft wundervoll allegorisiert. So spricht Rabbi Josua ben Levi in den Sprüchen der Väter von der göttlichen Nachhallstimme, die Tag für Tag vom Horeb (Sinai) ausgeht.2) Gottes Sinaistimme ist für uns nie verstummt3), das Echo zieht ihr nach 1J Daß dem Äkkusativ hier das Wörtchen ״eth“ fehlt, besagt natürlich nichts gegen die Äuffassung des Satzteils als Äkkusativ. Abgesehen davon, daß die Bibel eine ganze Fülle von Äkkusativen auch in Verbindung mit dem Verb ״schamoa“ ohne die Form ״eth“ aufweist, z. B. Könige I, 22, 19, Ämos 7, 16, Psalm 17, 6; 27, 7, 28, 2; 54, 4; 143, 1 u. a. m., wäre es möglich, daß hier, um anthropomorphistischen Auffassungen vorzubeugen, die Form des ״eth“ mit Absicht weggelassen wurde. Das Wörtchen ״eth“ gibt dem Akkusativ den Nachdruck der unmittelbaren wesenhaft erfaßten Objektbeziehung (vgl. Gesenius, Hebr. Grammatik, 28. Äufl., § 117, 1 und Fußnote 1; vgl. auch 15. Aufl. § 115, 1 und Änm.) und ist daher hier nicht am Platze. Denn Israel sollte ja nicht Gott hören, um in der Stimme Gott zu erkennen, sondern durch die Stimme; durch die Tatsache des Hörens sollte es seines Gottes Dasein erfahren (vgl. Änm. 10). — Daher durch Äbschwächung der Form ein Akkusativ der eingeschränkten Beziehung. 2) Spr. d. V. 6.2. Quelle: Tanchuma zu Exod. 32, 16, SdTmot rabba 41, 7. Zu Bat-Kol in der Bedeutung Nachhallstimme der himmlischen Gottesstimme, vgl. Sanhedrin 11a Tosfot. 3) Vielleicht darf man in diesem Sinne die den Schrifterklärern nicht wenig Schwierigkeiten bereitende Stelle Deuter. 5, 19 (Kol gadol welo jaßaf) nicht, wie zumeist, mit: ״ . . . gewaltige Stimme und nicht mehr“, oder wie bei Hirsch mit: ״ . . . gewaltige Stimme und reichte nicht weiter“ übersetzen, sondern umgekehrt: ,, . . .