Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 615 (sequence 39)
- Language
- German
- Belongs to
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Sinn und Seele des ״Höre Israel“. 615 Schiedsgericht direkt angerufen werden, entweder von einem Rabbiner, der sich die Rechtmäßigkeit und Objektivität seines Vorgehens dadurch bestätigen lassen will, aber auch durch die Gemeinden, ja, sogar durch einzelne Gruppen oder Personlichkeiten seiner Gemeinde. Es muß in jedem Fall in einer Voruntersuchung festgestellt werden, ob hier überhaupt solcher Fall vorliegt, der das Eingreifen des höheren Schiedsgerichtes erforderlich macht. Diese Vorprüfung darf natürlich nicht von demselben Schiedsgericht gemacht werden, das eventl. nachher den Streitfall entscheiden soll. Aber Gehör finden muß jeder, der das rabbinische Schiedsgericht anruft. Die Abweisung muß begründet werden und bedeutet schon als solche eine Stärkung der Autorität des Rabbiners. Aber furchtlos und sachlich muß ein solches Schiedsgericht willig und bereit sein, einen Mißgriff und einen Irrtum eines Rahöinats festzustellen und zu berichtigen, um dadurch die höhere Autorität unserer Thora als des uns alle bindenden Gesetzes zu sichern. Eine solche Einrichtung würde unzählige Mißstände aus unserem jetzigen jüdischen Leben entfernen, es würde dem köstlichsten Gute dienen, das allen Segen in sich birgt, dem Scholaum. ״ה' עוז לעמו יתן ה, יברך את עמד בעלום Sinn und Seele des ״Höre Israel“. Eine Studie von Dr- Adolf Altinaaö, Oberrabbiner in Trier. Unser jüdischer Bekenntnissatz ״Höre, Israel, der Ewige ist unser Gott, der Ewige ist einzig“ 1J, ist, wie jedes Bekenntnis, die Äusdrucksform einer Erkenntnis, die Formel für ein ihr zu Grunde liegendes Wissen. Wir erkennen und wissen, daß der Ewige unser Gott ist, und teilen dies einander durch den Zuruf ״Höre Israel“ mit. Aber was ist das Wesen dieser Erkenntnis, ihre Seele? Wodurch ist sie ge- Wonnen, was ist ihr Kern? Das ist in dem Satze scheinbar nicht mitgeteilt. Nur eine Erkenninisiatsache wird vermitl) Deuter. 6, 4.