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Jeschurun · 1928-11-01 · Heft 11-12 (November 1928) · p. Seite 607

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 11-12 (November 1928)
Date
1928-11-01
Page
Seite 607 (sequence 31)
Language
German
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Über Orte und ihre Bewohner im alten usw. 607 wänder zur Aufbewahrung übergeben, und die ihm dies nachträglich abgeleugnet. (Baba mez. 46a.) Etwas übertrieben hieß es daher im Volksmund: Begleitet dich ein Mann aus Pumpaditha, so ändere deine Herberge! (Chullin 127a), sowie man von den Leuten aus Naresch sagte: ״Küßt dich jemand aus Naresch, so zähle deine Backenzähne!“ Noch strenger verurteilte man die laxere Moral gewisser Orte, wie man es ja im Judentum von jeher mit der Sittlichkeit sehr ernst nahm. Hier waren es wieder zunächst die Bewohner von Galiläa, die in diesem Punkte viel zu wünschen übrig ließen, wie in der Tat zufolge Echa r. 2, die Stadt Magdala hauptsächlich ihrer Sittenlosigkeit wegen zerstört worden sei. (Die aus dem neuen Testamente bekannte ״Magdalene“ mag wohl ihren Namen und schlechten Ruf dieser Stadt zu verdanken gehabt haben. Andererseits ließe sich ihr Name vielleicht auch von ihrer Berufstätigkeit, als einer Art ״Haarkünstierin“,׳מגדלת שער herleiten. Nebenbei bemerkt scheinen überhaupt in alter Zeit gewisse Beziehungen zwischen Haarpflege und laxerer Moral bestanden zu haben: Das schön gepflegte Haar der ״Sotah“ sollte vom Priester in Unordnung gebracht werden; auch Josef, der seine Haarlocken zu sehr gepflegt, ward darum der Verführung durch Potiphars Frau ausgesetzt. (Vgl. Ozar Is. X. S. 197.) Ein zweiter Ort, der es mit der Sittlichkeit nicht allzu genau nahm, war Sepphoris. Wenigstens geht dies aus den Ermahnungen des R. Chanina bar Chama hervor, der zur Zeit einer Pest seinen Bewohnern wie folgt, ins Gewissen redete: ,,Zu Moses Zeiten gab es nur einen Simri und es fielen 24000 an der Pest, unter euch aber gibt es so viele Simris, und ihr beklaget euch noch?! (Jerusch. Taanith III, 4). In manchen babylonischen Orten war eine solche nicht allzustrenge Auffassung von Sittlichkeit eine Folgeerscheinung der daselbst häufiger vor kommenden Mischehen. Die Bewohner solcher Orte galten darum zumeist auch als minderwertig in bezug auf ״Jichus“: die Reinheit der Abstammung. So wurde ein Ort Be-Chusoi als ganz mit Heiden vermischt

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