Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 603 (sequence 27)
- Language
- German
- Belongs to
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Uber Orte und ihre Bewohner im alten usw. 603 deutet. (Ozar Is. III. S. 50). Ebenso dürfte בערה seinen Namen der meist Weinbau treibenden Bevölkerung zu verdanken gehabt haben (vgl. Jes. 61, 1). Hier mag nicht unerwähnt bleiben, daß auch die Ausspräche bestimmter Konsonanten den Bewohnern gewisser Orte ihre Sonderart vor anderen verlieh. Schon in der Bibel wird uns bekanntlich von den Efraimiten zur Zeit Jephtas erzählt, daß sie ש wie ס aussprachen (שילה Ri, 12, 6). Bei den Leuten von Beth-Schean (Skythopolis) klang das א wie ע weshalb man sie nicht zum Vorbeten zulassen wollte (Meg. 24 b). Und in ähnlicher Weise besaßen auch die Bewohner Galiläas — sie waren, wie weiterhin angeführt werden soll auch in anderer Hinsicht keine Vorzugsmenschen — eine mangelhafte Aussprache, die nicht bloß א von ׳ע sondern auch ה von ה lautlich nicht zu unterscheiden vermochten. (Erubin 53 a). Was aber vor allem einem Orte bez. seinen Bewohnern seine Eigenart aufdrückte, waren Eigenschaften mehr sittlicher Natur. Schon in frühester Zeit findet sich eine Charakteristik nach dieser Seite hin bezüglich mancher Orte in der Bibel vor. Bekannt ist die Bezeichnung von Sedom und Amora als besonders ,,bösartige und sündhafte“ Stadt. (Gen. 13, 13), in grellen Farben dargestellt Midr. r. z. Stelle. Auch Sichern, ein Ort, der entsprechend aller in seinen Mauern vor gefallener Ereignisse als ״vor bestimmt für Strafen“ angesehen worden (Sanh. 102 b), erfreute sich keines es auszeichnenden Rufes. ״Alle Bosheit der Einwohner Sichems vergalt Gott auf ihr Haupt“ heißt es Ri 9, 57, und sie änderten sich auch später nicht, waren allezeit ״Gemaltsmenschen“, die wie die Bewohner Gileads selbst zur Mordwaffe griffen. (Hos. 6, 9.) Im Talmud Baba K. 79 b wird der Sichemite als Prototyp eines Räubers bezeichnet, und sonderbar klingt es, daß die Spezies des ״heuchlerischen Pharisäers“ פרוש שכמי gerade dieser Stadt seine Benennung verdankt. (Sotah 22 b.) Die in I. Chron. 4, 22 genannten אנשי כוזבה werden im Talmud (Baba b. 91b) mit den Gibeoniten identifiziert, weil