Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 602 (sequence 26)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 91% known words query
- IRI
…/2292929-2293057-2293064--10118-2303412- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
602 Ober Orte und ihre Bewohner im alten usw. haben, dem ״neuen Teile von Schönheit in der Welt“ zu gefallen (Esther r. Anfang), während es von den Babyloniern hieß, daß sie ״keine stattlichen Erscheinungen“ gewesen, weil sie sich von einer bestimmten Gattung Gemüse (תרדין) nährten, gegohrenen Getränken zusprachen und im Euphrat badeten. (Kethuboth 77 b). Eine Ausnahme hiervon machten die Bewohner von Nahardea, die nach Schilderung R. Dostoi von hohem Wüchse gewesen und eine merkwürdig tiefe, sonore Stimme besessen hätten. (Kid. 76b.) Auch bezüglich sonstiger, bestimmter körperlicher Eigenschaften ihrer Bewohner weisen gewisse Orte ihre Besonderheiten auf. In manchen Gegenden Babyloniens fiel eine eigenartige Form des Kopfes auf, die Hillel hierüber befragt, zu erklären wußte, wie er auch als Grund für die schmalen, geschlitzten Augen der Bewohner von Tadmor (Palmyrene) angab, daß sie wegen der Lage dieses Ortes zwischen Sandhügeln dadurch besser vor einem etwaigen Eindringen von Sandkörnern in die Augen geschützt wären. (Sabbath 31a.) Von Interesse mag es hier sein, daß manche Orte ihre Namen der körperlichen Beschaffenheit ihrer Einwohner zu verdanken haben. So soll beispielsweise Kaftor (Creta!) nach der zwerghaften Gestalt der dortigen Bewohner benannt worden sein. (׳כפתר= Knopf, ׳ננס= Zwerg Bereschith r. 37). Nach Ansicht Boehls (Wortspiele im alten Testament) soll unter Zugrundelegung einer Art Wortspiels auf den Wohnort Esaus, Seir, mit dessen ״Behaartsein“ (isch sair) in irgend einem Zusammenhang stehen, da der Ort Seir inmitten bewaldeter (behaarter) Gegend lag, wie andererseits Jakob als isch chalak bezeichnet wird und seinen Wohnsitz dementsprechend in einem ״glatten“, kahlen Gebiete, zwischen Seir und Beerseba (vgl. Jos. 11, 17; 12, 7) hatte. Zuweilen übte auch die Beschäftigung der Bewohner ihren bestimmenden Einfluß auf die Ortsbenennung aus. Von der zumeist Brot erzeugenden oder Brotgetreide ausführenden Bevölkerung mag so Beth-Lechem seinen Namen erhalten haben, wie ja auch der ehemalige Name פרה) אפרת) darauf hin-