Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 11-12 (November 1928)
- Date
- 1928-11-01
- Page
- Seite 592 (sequence 16)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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592 Eine sprachlich und sachlich interessante usw. verfeinert, erhöht, zu sozialen Zielen hingelenkt, das ״Real׳־ Ich“ wird zu einem idealen ״Ueber-Ich“ verewigt. Die Verwirklichung dieses idealen ״Ueber-Ich“ bildet die Sehnsucht des Individuums, es ruft das ideale Streben im Menschen hervor und befähigt ihn zu den großen Kulturleistungen. Ob dieser (an sich mystisch-platonische) Begriff des ״Ueber-Ich“, eine Ärt mgsiisch-atheistisches Glaubensprinzip, das in keinem Metaphysischen, Ueberrealen, Ueberpersönlichen verankert ist und nur selbstgegeben und wurzellos dasteht, dazu ausreicht, die Triebforderungen des normalen Menschen wirksam einzudämmen, ob dieser Begriff nicht auch, gleich Nietzsches Uebermenschentum, sich als Fiktion, als Illusion der Zukunft erweisen wird, ob er tragfähig genug ist, eine ganze^ Menschheit zu erziehen, ob nicht das auch ein Glaube, ein Dogma ist, das die nächste Generation hohnvoll verwerfen wird — das heute zu entscheiden wäre nutzloses Prophetentum. Eine sprachlich und sachlich interessante תשובה aus dem Schülerkreise des R. Jizchak Lampronti. Von Rabb, Dr. B• Cohen. Die Frage, ob das Gebet, das die Bedeutung ängstigender Träume abwehren will, zur Zeit des Priestersegens gesagt oder dieser nur schweigend angehört werden darf, hat zu allen Zeiten die Geister der Gesetzeslehrer in Wallung gebracht. Zu Beginn des 18. Jahrhunderts aber hat sie in Italien geradezu ein ״Feuer des Streites“ entfacht, dessen Flammen ein grelles Licht auf das damalige jüdische Leben Italiens werfen. Ein Schüler des damals selbst noch in seiner Vollkraft wirkenden großen R. Jizchak Lampronti arbeitet über dieses Thema im Jahre 1716 eine תשובה aus. Seine Demut veranlaßt ihn zwar, seinen Namen (פינחס oder 'אלי' Sohn des .משד) nur in einem geradezu floskelhaft bescheidenen Schlußversehen versteckt anzudeuten und uns sogar seinen Ort nicht