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Jeschurun · 1928-09-01 · Heft 9-10 (September 1928) · p. Seite 575

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 9-10 (September 1928)
Date
1928-09-01
Page
Seite 575 (sequence 103)
Language
German
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Bücherbesprechungen. 575 wie die Leute die Hauptsache zur Nebensache und die Nebensache zur Hauptsache machen dadurch, daß sie bei den Pijutim der Jomim Nauroim in Ehrfurcht und Beben dastehen, wie es sich ja an sich gehört, bei der Wiederholung der Tefilla durch den Chason aber gedankenlos dasitzen oder gar unnütze Unterhaltungen führen. Der zweite Teil ist ausschließlich allgemeinen Betrachtungen über die vertiefte und hingebende Ausführung der Mizwoth und der jüdisch-religiösen Ethik gewidmet. Was hier über Thoralernen, über Kindererziehung, Behandlung der Hausgenossen, Gottvertrauen, Genügsamkeit, Wohltätigkeit, Uebung von Liebestaten, Anregungen zur Vervollkommnung des Charakters gesagt ist, reiht sich dem in unserer Mussarliteratur Gesagten würdig an. Eine scheinbare Geringfügigkeit sei herausgehoben: ״Man soll seinen Hausgenossen, selbst wenn sie ihre Arbeit gegen Entgelt leisten, es nicht zu schwer machen, von ihnen keine Arbeit verlangen, die nicht nötig ist. Selbst bei notwendigen Arbeitsleistungen soll man darauf achten, daß sie sie zu einer Zeit und an einem Orte ausführen, die es ihnen möglichst leicht machen. Bei großer Kälte z. B. soll man ihnen die Arbeit an einem Orte anweisen, der geschützt ist, damit sie nicht immer in der Kälte sind. Bei großer Kälte soll man ihnen überhaupt keine schweren Arbeiten zumuten, wie Wäsche und dergl. Genieren sie sich, gewisse Arbeiten vor aller Augen auszuführen, so achte man darauf, daß sie sie nicht auf dem Markte auszuführen brauchen und auch im Hause an einer Stelle, wo sie wer ein- und ausgeht, nicht sieht. Sind ihnen gewisse Arbeiten am Tage lieb, so soll er ihnen nicht die Last auferlegen, sie in der Nacht auszuführen und ebenso umgekehrt, je nach der Arbeit und der Natur seiner Hausgenossen. Will er sie an verschiedene Stellen schicken, so soll er es so einrichtenA daß sie alle Aufträge auf einem Wege ausführen können und soll sie nicht immer hintereinander herumschicken, auch nicht solche Aufträge ihnen geben, die für sie entwürdigend sind. Der; der die Herzen prüft, weiß, was im Inneren des Auftraggebers vorgeht, wenn er sich so stellt, als wüßte er nicht, daß der Auftrag der Ehre des Abgesandten nicht entspricht, während er in Wirklichkeit ganz genau Bescheid weiß. Beim Essen soll er es besonders genau nehmen, sie nicht durch Arbeiten zu stören oder sie nach Wein oder Bier zu schicken, sondern darauf sehen, sie vor dem Essen anzuweisen, alles Nötige zu besorgen. Auf keinen Fall soll er sie beim Essen Dinge ausführen lassen, die nicht zur Mahlzeit gehören. Wenn er sie beim Essen wegschickt, so ist er mit Frau und Kindern, wenn sie zurückkommen, satt, sie aber hungrig, genieren sich aber weiter zu essen, nachdem die Herrschaft fertig ist. Und selbst wenn er sie

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