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Jeschurun · 1928-09-01 · Heft 9-10 (September 1928) · p. Seite 576

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 9-10 (September 1928)
Date
1928-09-01
Page
Seite 576 (sequence 104)
Language
German
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Bücherbesprechungen. 576 beim Essen nicht stört, so soll er doch, wenn er, wie das bei reichen Leuten der Fall ist, weniger ißt, langsam essen und soll mit seinem Essen länger hinziehen, als das viele Essen dauert, das jene wegen ihrer anstrengenden Arbeit brauchen oder soll ihnen gut Zureden, daß sie sich durch sein wenig Essen nicht behindern lassen“ usf. (S. 287). Der dritte Teil bespricht eine Reihe von Einzelmizwoth, deren sorgfältige Erfüllung von vielen vernachlässigt wird (der erste Teil beschäftigt sich vorwiegend mit Dinim aus Orach Chajim). Die Ausführungen muten uns hier besonders aktuell an und zeigen, daß auch vor drei Jahrhunderten man es mit manchem leicht nahm. Die Fahrlässigkeit, mit der man sich Kleider vom Nichtjuden anfertigen läßt, und sich auf die Zusicherung verläßt, er würde kein Schaatnes hineinbringen. Treffend ist die Anwendung des Schriflverses ותהי ערנותם על עצמותם (S. 341). — Interessant die Mitteilung, daß die Frauen nach der Geburt, bevor sie ,,Schul gehen“, den Gottesnamen nicht in den Mund nehmen. Vf. macht mit Recht darauf aufmerksam, daß das eine חומרא דאתי לידי קולא ist, daß sie sich infolgedessen nicht zum Essen waschen, nicht benschen, keine Berocho machen (S. 343). Das billige Sichabfinden mit נדרים wenn man zum Leinen aufgerufen wird (S. 353). Feine Bemerkungen über all das, was man durch Reden sündigen kann (S. 354—357). Du sollst auch, wenn jemand Dir einen Chiddusch sagt, den Du kennst, schweigend zuhören, vielleicht sagt er doch ein Dir neues, und wenn Du auch weißt, daß er nur Dir bekanntes sagt, sei still, er hat doch seine Freude daran, wenn er Dir erzählt (358 Zitat aus א" צ ). Eine Fülle interessanter Anregungen ist durch das ganze Buch verstreut. Wie schön ist z. B. die: bei der סעודה מפסקת vor Eintritt des באב r^Etfräie Jahre, die seit dem Churban verstrichen sind, zu zählen. Mancherlei wertvolles folkloristisches Gut ist dem Werke zu entnehmen; auf die schönen Gesänge in deutscher Uebersetzung S. 129—133 sei verwiesen. Die Randbemerkungen, die der unvergeßliche R. Mausche Alainz זצ״ל zu seinem Exemplar des יוסף אומץ gemacht, sind mit abgedruckt. Das gut gearbeitete Register erleichtert die Benutzung. Kurz, es ist eine Freude, den יוסף אומץ, den man im alten Gewände nur selten zur Hand nahm (auch von mir, der ich das Original besitze, kann ich sagen את חטאי אני מזכיר היום) in dieser schönen Ausgabe zu benutzen. Noch einmal: Das Buch werde AUgemeingut und eine baldige Neuauflage zeuge von der Anerkennung, die es gefunden. J. W. Verantwortlicher Redakteur Dr. Wohlgemutb, Berlin Druck: Hermon Verlag und Druckerei, Frankfurt a. M.

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