Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1928)
- Date
- 1928-09-01
- Page
- Seite 573 (sequence 101)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
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Bücherbesprechungen. 573 Moment anklingt, das wir bei ihm überwunden glaubten. Ein Künstler, dem ,wie sein schönes Bekenntnis lautet, unausweichlich bestimmt ist, die Welt zu lieben, muß auch für das Teil seiner Verantwortung darauf hinwirken, ״die Welt hinzuneigen nach der Schale des Verdienstes“. Er muß, insofern er die formende und läuternde Kraft, die seiner Kunst gegeben wurde, auch im Leben sichtlich bewähren will, die Erfahrung, die ihm chassidische Lebens Weisheit gab, ״daß die Lehre zum Lernen und der Weg zum Gehen da sei“, übergreifen lassen auf die Totalität des wirkenden und wirklichen Lebens. Julius Samuel. ספר יוסף אומץ הוצאה חדשה עם תיקונים והערות תולדות המחבר ומפתח הענינים פראנקפורט ע״נ מיין תרפ״ח בדפוס חרמון פרנקפורט ע״נ מיין. Ein an sich großer Lamdon, der den Stolz der Frankfurter auf ihre Minhagim nicht gern hörte, sagte einmal: Wenn man sich über den Frankfurter Minhag Rats holen will, muß man den Schulchan Äruch vornehmen. Das Gegenteil von dem, was im Schulchan Äruch steht, das ist Frankfurter Minhag. David Hoffmannזצ״ל bemerkte dazu: Wenn der Schulchan Äruch so siagt und der Frankfurter Minhag anders, dann hat immer der Frankfurter Minhag Recht. Hoffmann wollte in scharfer Pointierung damit sagen, daß die Frankfurter Minhagim oft viel älter sind als die Äutoren, aus denen der Schulchan Äruch zitiert. Und in der Tat hat durch die glückliche Fügung Gottes, die die jüdische Gemeinde Frankfurt a. M. trotz aller Verfolgungen vor völliger Vernichtung schützte, die Tradition sich hier mehr als in anderen Städten Deutschlands erhalten. Mitteilungen über die Minhagim Frankfurt a. M. sind wertvoll und die Frankfurter sind mit Recht auf ihre Minhagim stolz. Daraus erklärt sich, daß das vorliegende Buch ein Lieblingsbuch des in der Frankfurter Gemeinde durch seine Persönlichkeit und durch seine Wirksamkeit hervorragenden Eli Michael זצ״ל gewesen. Wenn seine Söhne in einem Äkte kindlicher Pietät dies Werk, das in einer einzigen jetzt vergriffenen Äusgabe von 1725 erschienen war, zum ersten Jahrzeitstage ihres Vaters am 1. Siwan 5688 in ausgezeichneter Äusstattung neu herausgegeben haben, so haben sie ihm damit zweifellos das schönste Denkmal gesetzt. Doch nicht minder haben sie der Ällgemeinheit einen großen Dienst erwiesen. Der Verfasser hat nicht nur seiner Zeit (vor etwa 300 Jahren) eine Sammlung wichtiger halachischer Entscheidungen in der Form, wie es das Werk des מהרי״ל ist, hinterlassen, Ent- Scheidungen, die noch heute herangezogen zu werden verdienen, sondern auch ein Mussarburch geschaffen, das viel zu wenig benutzt wurde und hoffentlich durch die Neuauflage einen größeren Leser-