Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 9-10 (September 1928)
- Date
- 1928-09-01
- Page
- Seite 514 (sequence 42)
- Language
- German
- Belongs to
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514 Aus der Geschichte der Juden in der Bukowina usw. vorkommenden Fällen fast immer darauf ankommen, von der Zurückführung auf das ursprüngliche Gewerbe abzugehen, um die betreffende Familie im Nahrungs- und kontributionsfähigen Stande zu erhalten.“ Auf Grund objektiver Beobachtung und wahrheitsgemäßer Schilderung des Sachverhaltes verfocht er also einerseits gegenüber der gegenteiligen Auffassung der Hofkanzlei in mutigen Worten die gerechte Idee der freien Berufswahl für die Bukowinaer Judenschaft und plädierte für das Äbgehen von der ״Klassifizierung“ und den zwangsweise ihnen aufgedrängten Berufen, mit alleiniger Ausnahme für die damals schon in Abnahme begriffenen Ackersjuden. Infolgedessen bekämpfte er natürlich energisch die gewaltsame Zurückführung der verbleibenden altgesessenen Juden auf die klassifizierten Gewerbe, schon wegen der daraus unbedingt entspringenden nachträglichen Folgen ihres sichern Ruins oder Verarmung, eigentlich aber, weil dies indirekt zum fiskalischen Schaden des Staates führen mußte. In scharfem Gegensatz dazu schlug er anderseits, in der weiteren Ausführung seiner Abhandlung in punkto: ״Abschaffung“, der Regierung in ganz reaktionärem Sinne äußerst radikale Mittel ״zur Beförderung der die Verminderung der Juden in der Bukowina bezielenden höchsten Absicht“ vor. In jener denkwürdigen Stelle erklärte er: ״Nachdem übrigens die allerhöchste Anordnung, vermöge welcher nicht nur alle im Jahre 1783 nicht klassifizierte und seit dieser Zeit auf was immer für eine Art in der Bukowina zugewachsenen Juden, aus der Bukowina abgeschafft, sondern auch keinem fremden Juden, er mag In- oder Ausländer sein, die Änsassigmachung im Lande gestattet sein soll, mit Grunde schließen läßt, daß die höchste Absicht dahin gerichtet sei, die Anzahl der Juden in der Bukowina nicht allein nicht zu vermehren, sondern vielmehr zu vermindern, so würde diese höchste Absicht desto sicherer erreicht werden, wenn zugleich das in Mähren und Böhmen adoptierte System angenommen und die Judenfamilien in der Bukowina auf eine nicht zu überschreitende Anzahl