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Jeschurun · 1928-09-01 · Heft 9-10 (September 1928) · p. Seite 479

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 9-10 (September 1928)
Date
1928-09-01
Page
Seite 479 (sequence 7)
Language
German
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Das Maximum der Religion 479 Tragödie, zum Heroismus, zum Maximum des Judentums hinausgehe, der Welt die Botschaft des Judentums zu sein. Wenn dieser Tag einst kommt, wird Gott sein Wort von neuem sprechen können: ״Heil sei der Hand, die stärker ist als meine!“ Immer wieder wurde von den Versammlungsrednern dieses Wort auf gegriffen. Es kam allen aus dem Herzen. Dieser Midrasch ist aber, ich kann es nicht anders sagen, mißverstanden. Es kann das gar nicht sein Sinn sein, was Baeck ihm unterlegt. Der Ausspruch stammt aus Jeruschalmi Taanis, 4,5 und lautet: ״Im Lehrhaus des Rabbi Ismael wurde gesagt, Gott habe dem Mosche geboten, die Tafeln zu zerbrechen, denn es heißt: ״Die Tafeln, die Du zerbrachst,“ gut hast Du getan, daß Du sie zerbrachst. Rabbi Samuel bar Nachmann aber sagt: Die Tafeln waren 6 Tefach lang und 3 breit, 2 hielt Mosche, 2 Gott und 2 blieben Zwischenraum in der Mitten. Als Israel jene Tat der Sünde getan, wollte Gott sie aus der Hand Mosches reißen, da blieb stärker Mosches Hand, und er entriß sie Gott. Deshalb preist ihn die Schrift ״ob all seiner starken Hand“ und Gott spricht: Friede sei über die Hand, die über mich gesiegt hat. Rabbi Jochanan sagte: Die Tafeln wollten entfliehen. Aber Mosche hielt sie fest, wie es heißt: Und ich hielt fest die beiden Tafeln. Im Namen des Rabbi Nechemja wurde gesagt: Die Schrift entfloh. Die Tafeln waren eine Last von 40 Ssaa, aber die Schrift trug sie. Als die Schrift entfloh, waren sie zu schwer für die Hände des Moses, fielen nieder und zerbrachen.“ Es handelte sich also nicht um die zweiten, sondern um die ersten Tafeln, die Moses trotz der Sünde seines Volkes ihm bringen wollte; die Tafeln der zehn Gebote, der göttlichen Worte, nicht etwa die zweiten Tafeln, die Moses später ausgehauen. Der Sinn ist ganz offenbar, daß wir, das sündige Volk, das göttliche Gut nur der Macht unserer Propheten verdanken, daß diese uns durch ihre übermenschliche Größe und die siegende Kraft ihrer erzieherischen Persönlichkeit die Lehre erhalten haben, trotzdem wir zu ihrer Erhaltung weder die geistige noch die moralische Fähigkeit gehabt haben.

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