Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- Seite 471 (sequence 103)
- Language
- German
- Belongs to
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Bücherbesprechungeri.?71 sprechen — die große, verdienstliche Mühe der מקיצי הנרדם allenthalben rühmend erwähnt werden, damit dies Werk beitrage,* die Vertiefung des Lernens zu fördern. —L Eli Elkanas Satans Brantnacht. G. G. Zichäus, Dessau 1928. Die starken Proben eines außerordentlichen lyrischen Talents, die der Verfasser des uns vorliegenden Gedichtbandes bereits in früheren Werken abgelegt hat, lassen uns an jede Neuerscheinung aus seiner Feder besondere Erwartungen knüpfen, denen auch dieses Werk gerecht wird, das ein kurzes, menschlich wertvolles und den Künstler ehrendes Vorwort einleitet. Souveräne Beherrschung der Sprache verbindet sich mit Bildern von erstaunlich plastischer Lebendigkeit. Und dennoch schlägt der Künstler, von der heiligen Sprache inspiriert, zuweilen bebend eine Note an, die im Zusarnmenhang durchaus unlyrisch und darum störend wirkt. (Vgl. rechem und rachmanuth). Im ״Gott der Rache“, dem m. E. schönsten Zyklus des ganzen Buches sind verschiedene Änthropomorphismen durch die Schönheit des Bildes gedämpft. ״Hallelujah“ ist wertvoll wegen seines Bekennermutes, ebenso die ״Kette“. In dem erschütternden Gedicht ״Die Handgranate“ ist ein Erlebnis aufgezeigt, das nicht nur den Künstler, das in seiner elementaren Wucht auch den Leser zum Baal Teschuba machen kann. Glücklich ist die gedämpfte Schönheit des Gotteshauses erlebt. Unecht erscheint mir nur das Gedicht ״Strandgut“. Ändere offenbaren vielleicht zu sehr, daß der Genius des Schicksals verwandten Heine den Künstler gestreift hat. (Vgl. ״Der Ring der Montmedy“) Zusammenfassend aber dürfen wir sagen, daß wir hier einen Künstler von bedeutendem Format auf dem rechten Wege glauben, der schließlich Kraft und Erkenntnis zum Ziele hat, daß wir Menschen in der Vergänglichkeit den ״Finger Gottes“, im Vitalen eine , Gottesflamme“ erblicken können. Jul. Samuel Alfred Forke• Die Gedankenwelt des chinesischen Kultnrkreises (Äbtlg. V Beitrag C des Handb. der Philosopie, hersg. v. Bäumler und Schröter), München und Berlin 1927 R. Oldenbourg Verlag. Der bekannte Hamburger Sinologe gibt uns ein recht anschauliches Bild der chinesischen Geisteswelt, indem er recht glücklieh die .Großen für sich selbst sprechen läßt. So erfahren wir denn yon einem überraschend hohen Niveau der chinesischen Frühzeit, die in dem Begriff des ״Himmels“ dem Monotheismus bereits sehr nahe kam. In der Schule und Lehre des Me Ti gibt es manche überraschenden Änklänge an jüdische Ideen, wie überhaupt die gänze chinesische Metaphysik zu Vergleichen geradezu herausfordert. Doch alles Sinnen und Forschen ist in China letzten Endes auf die Praxis des Lebens gerichtet, das es in Tugend und Vollkommenheit