Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- Seite 472 (sequence 104)
- Language
- German
- Belongs to
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472 Bücherbesprechungen. einzurichten gilt. Ueber Gut und Böse sowie über das Wesen der Menschennatur gibt es die verschiedensten Anschauungen. Wohl fordern die 10 Gebote der Buddhisten einen Vergleich mit den mosaischen Geboten, doch irrt der Verfasser, wenn er unsere 10 Gebote als rein negativ darstellt. Zumindest 3 sind doch durchaus positiv. Die erweiternde Interpretation jener buddhistischen Gebote wiederum kommt in der Erfassung der Gedankensünden dem Judentum recht nahe. In der Gotteserscheinung in der ״Stille“ wie auch insbesondere im ״En-sof“ der jüdischen Mystik hat das ״Tao“ stärksten Änklang. Der Verfasser der als Ganzes vorzüglichen und instruktiven Arbeit ist der Gefahr nicht entgangen, bei der Dar- Stellung der Staats- und Rechtsphilosophie Chinas seinen eigenen, betont antipacifistischen und militaristischen Standpunkt unzweideutig einzuflechten. J. S. Festschrift zum 75jährigen Bestehen der Realschule der israelit. Religions- Gesellschaft, Frankfurt a. M. Mit dem Wesen Von Festschriften, die einem äußeren Anlaß ihr Entstehen verdanken, scheint es schicksalhaft verbunden zu sein, daß kein gemeinsamer Grundgedanke die so verschiedenratigen Beiträge eint. Wertvoll und für eine Geschichte des jüdischen Schulwesens bedeutsam ist die ״Chronik“ der Schule von Ochsenmann, während der Aufsatz ,.Die ,Jüdische‘ höhere Schule“ (Verf.?) zeigt, wie fruchtbar im Sinne einer systematischen Erziehungslehre S. R. Hirschs Gedanken geworden sind. Fink vereinigt drei geistvolle Erklärungen zu schwierigen משבה bezw. חרמש-Stellen zu schlagender, von אמונת חכמים durchdrungener , Apologetik“. Caro zeichnet wenig in die Tiefe gehend, das Bild des großen Dichters und Menschenfreundes Bernard Shaw, ein Unternehmen, das er seitsamerweise erst mit einer Rede Hirschs zu Schillers 100. Geburtstage begründen zu müssen glaubt. Schüler schreibt gediegen über jüdisch-deutsche Profanliteratur. Munks Aufsatz zur ,Jüdisehen Symbolik“ enthält all die Vorzüge und Mängel, die allzu feste Anlehnung an einen souveränen Geist, wie hier den S. R. Hirschs, zur Folge hat. Äbzulehnen ist die Wesensbestimmung von Jezer hatauw und Jezer hora unter Berücksichtigung des He-hajediah. Wir glauben im Gegensatz zum Verfasser, daß gerade von Gott aus die Welt in ungeheuren Gegensätzen gesehen wird und daß deren Erkenntnis einen wesentlichen Bestandteil jüdischen Denkens bildet. Interessant ist Adlers Bericht über den Plan einer Profanschulgründung zur Zeit des בעל הפלאה und höchst verdienstvoll die Herausgabe des מאירי zu מסכת חגיגה mit einer biographischen Einleitung durch Markus Lange. J. S. Verantwortlicher Redakteur Dr. J. Wohlgemuth, Berlin Druck: Hermon Druckerei und Verlag, Frankfurt a. M.