Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- Seite 463 (sequence 95)
- Language
- German
- Belongs to
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Das Leid der Tiere. 463 chen werden mit Berücksichtigung nur des gerade zur Ent- Scheidung stehenden, gewissermaßen nur von relativer Bedeutung sind,1) so ist aus der angegebenen Quelle nichts für eine stillschweigende Billigung zu erschließen. Und darauf kommt es an. Es ist möglich, vielleicht auch wahrscheinlich, daß die vornehmen Juden der Provence und Spaniens, von denen uns manche Gesetzesübertretung berichtet wird, in Nachahmung der Ritter und Großen sich auch dem Jagdvergnügen hingaben. Aber man darf annehmen, daß das im Widerspruch zur jüdischen Tradition stand. — Und zuletzt der Midrasch! Auch hier möchten wir glauben, daß das Ausziehen Davids zur Falkenjagd auch vom Midrasch als ein Vergehen Davids angesehen wurde. David wird dort in das Land der Philister gelockt, weil er eine Schuld büßen soll, die er auf sich dadurch geladen, daß er für die Tötung der Priester von Noh durch Saul eine gewisse Verantwortung trug. Nach talmudischer Anschauung gibt es die Möglichkeit, einer jeden Strafe und Buße zu entgehen, wenn man dem ״Satan14, dem Vollstrecker dieser Strafe, durch den reinsten und vollkommensten Lebenswandel, durch ein ununterbrochenes Leben und Weben in Thoralernen und Gottesdienst keinerlei Möglich- Werke Philos von Alexandrien Band II ״über die Einzelgesetze“, S. 281). Der Uebersetzer I. Heinemann bemerkt daselbst Änm. 2: ״Ausdrücklich geschieht das nicht . . . vielleicht ist Philos Ungenauigkeit dadurch mitverschuldet, daß er die geringe Neigung seiner Stammesgenossen zur Jagd gekannt hat.“ Da aber Philo an sich die Jagd für nützlich hält (vgl. daselbst S. 282 Anm. 1: ״Nach der von Philo de prov. II § 92 gebilligten stoischen Theologie sind die wilden Tiere geschaffen, damit die Menschen ihren Mut und ihre Kraft an ihnen üben. Aus diesem Grunde hält er auch Leben <Mosis I § 60 und Joseph, § 3, die Jagd für nützlich“) so liegt vielleicht hier der Nachdruck darauf, daß die tüchtigen Jäger von dem nicht jüdischen Gesetzgeber gelobt werden wegen ihres ״Gemeinsinnes“ und dies, weil sie nicht nur mit den Jagdgenossen, sondern auch mit den Hunden gemeinsam ihre Beute verzehren, was im Sinne der erwähnten Erklärung Abarbanels von der Thora verboten wird. 1j S. 254 ff. besonders S. 256 oben.