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Jeschurun · 1928-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1928) · p. Seite 460

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1928)
Date
1928-07-01
Page
Seite 460 (sequence 92)
Language
German
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460 Das Leid der Tiere. dem nur um der Menschen willen, um sie durch die ihnen auferlegte Befolgung zu läutern. Beliebt ist zur Illustration gerade das Schächten: ״Was liegt denn Gott daran, ob einer vom Halse oder dem Nacken schlachtet?‘* *) Als Beweis wird nun gebracht, daß für die Frommen in der künftigen Welt, wo es dieser Läuterung nicht mehr bedarf, das Schächten in der Tat einmal * 2) ausgeschaltet werden wird. Denn wie sollea der Behemoth und der Livjathan, die allein zur Mahlzeit der Frommen im Jenseits geschaffen wurden, 3) ״rituell geschlachtet werden?“ Diese für die ftgada gewaltigen Ungeheuer können ja nur enden dadurch, daß sie sich gegenseitig das Leben nehmen. Jener Tierkampf soll gar nicht als Tierkampf zur Belustigung der frommen Zuschauer dienen, sondern als Mittel den Frommen jene altberühmte, ihnen zugedachte Mahlzeit ermöglichen. Die Agada R. Berechjahs wird wie so oft als Parallelagada angefügt und zeigt, daß auch die vorangegangene Agada jene Mahlzeit vor allem im Auge hat und daß als Lohn dafür, daß man ein Gebot Gottes nicht übertreten hat, Gott eine Mahlzeit anrichten wird selbst auf Kosten der Uebertretung dieses Gebotes. Höchst eigentümlich mutete uns ja auch sonst das ״Glück“ an,נבלות essen zu dürfen. Auf jeden Fall handelt es sich nicht um einen Tierkampf um des Kampfes <) Gen. R. M, 1 u. s. 9) Äls הוראת שעה, dieser Midrasch berücksichtigt nicht den Satz: מבית בסלות לעתיד לבא Nidda 51 b. 3) Wir haben es. hier nur mit der Erörterung zu tun, ob nicht aus dem Wortlaut dieses Midrasch, aus der Ausmalung Vorsteilungen sich ergeben, die im Widerspruch stehen mit der sonst übliehen Verwerfung der Tierkämpfe. Daß dieser Midrasch, wie überhaupt die Midraschim über eine von Gott für die Frommen bereitete Mahlzeit nicht wörtlich zu nehmen, daß sie nur eine Hülle tieferer Gedanken sind, wird von einer so großen Zahl von Philosophen. Exegeten und ersten rabbinischen Größen des Mittelalters, ja auch von Sohar angenommen, daß es keiner apologetischen Auseinander- Setzung bedarf. Vgl. das Quellenmateiial bei Reggio אוזורה והפיייוסיפיאה S. 76 ff. J. Wohlgemut!! Jesch. IV. S. 10.

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