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Jeschurun · 1928-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1928) · p. Seite 456

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1928)
Date
1928-07-01
Page
Seite 456 (sequence 88)
Language
German
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456 Das Leid der Tiere. Bedeutungsvoll auch für die Auffassung der Bibel, daß diese beiden Gestalten der vorsinaitischen Geschichte angehören. Von keinem der Könige und Fürsten in Israel hören wir, daß er der Jagd gefröhnt. Auch von Salomo nicht, dessen weltliche Größe doch in fast dithgrambischer Ausmalung geschildert wird. Und so schwach auch das argumentum e silentio (der Beweis aus dem Stillschweigen, aus dem Fehlen von Aeußerungen) ist, es bliebe immer auffallend, daß nicht in irgend einem Zusammenhänge das Jagdvergnügen erwähnt wird, wenigstens in einem Bilde Verwendung findet. Selbst die Jagd zum Nahrungserwerb scheint nicht mit den Waffen vorgenommen worden zu sein, die bei dem Jagdsport verwandt werden. Mit Ausnahme der einen Stelle bei Esau: ״nimm doch deinen Köcher und deinen Bogen‘6 und bei Ismael: ״er ward ein Bogenschütze“, also wiederum zwei vorsinaitischen Per׳־׳ sonen, kommt das Wort קשת nirgends vor, wo man es nicht als Kriegswaffe deuten könnte. Das Jagen war ein Fangen und dies verbietet ohne Weiteres die Jagd um des Vergnügens willen. Beim Livjathan (Hiob 40, 25—41, 26) finden wir das ganze Arsenal der Kriegswaffen aufgeboten. Dem war eben mit den Mitteln der Fangjagd nicht beizukommen. Die Großen, die nur im Schmuck der Waffen auftraten, gingen offenbar nicht auf die Jagd. Auch für sie war das Leben des Tieres, sofern es nicht die Abwehr, gefährlicher Bestien galt, nicht Gegenstand sportlicher Betätigung. Grausamkeiten werden sicherlich, auch bei den jüdischen Königen und Fürsten vorgekommen sein. Aber nicht umsonst lautete das Urteil über ihre cnaraKteranlage selbst bei den umgebenden ihnen feindliehen Völkern ״wir haben gehört, daß die Könige des Hauses Israel gütige Könige sind66.1) *) I. Kön. 20, 31; Bedeutsam, daß die Güte Ächabs gegen Benhadad, den gefährlichen Feind, der nach seiner Gefangennahme entlassen wird, von Elijahu gegeißelt wird. Es gibt eben Falte, wo für den Herrscher, dem das Schicksal seines Volkes anvertraut worden ist, die Güte unangebracht Ist. Äber auch dem ״Eiferer‘4 Eli~ jahu fällt es natürlich nicht ein, die Güte des Königs an sich zu

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