Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- Seite 452 (sequence 84)
- Language
- German
- Belongs to
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'452?Däis Leid der Tiefe. Das L&id der Tiere.1) Von Josef Wohlgemuth. (Fortsetzung.) Wir haben hervorgehoben2), zu welchen Tierquälereien die Jagd Anlaß gibt. Audi hier muß die Beurteilung die Lebensnotwendigkeiten des Menschen zum Ausgangspunkt nehmen. In vorhistorischer Zeit war die Jagd auf wilde Tiere ein Kampf ums Dasein im ursprünglichen Sinne dieses Wortes. Sie war zunächst in Verteidigung die Folge des Selbsterhaltüngstriebes. Später in der Zeit des Normadentums aber auch dort, wo eine ansässige Bevölkerung zugleich mit dem Ackerbau Viehwirtschaft trieb, Bedingung des Schutzes der Herden. Ünd die Zulässigkeit der Fleischhahrung einmal vorausgesetzt, konnten Wild, Vögel und Fische nur durch Jagen und Fangen gewonnen werden. Damit ist ebenso wie mit der Tötung der Tiere ein gewisses Ausmaß zuzufügender Leiden unweigerlich verknüpft. So finden wir nicht nur in der Bibel, sondern auch im Talmud die Waffen der Jäger, die Werkzeuge und Hilfsmittel der Fallensteller, die Netze, Angeln und Hamen der Fischer.3) Es hing auch 5wohl hier im Eiiizelnen von der Charakteranlage des sein Metier Ausübenden ab, ob sich Roheit und völlige Gleichgültigkeit gegen vermeidbare Schmerzen des Tieres geltend machten.4) Der Jäger übt *) Im ersten Aufsatz, S. 255, Zeile 7 und 8 von unten hat sich ein Fehler eingeschlichen. Es muß statt ״Leber“ dort ״Galle“ heißen. 2J Ä. a. O., S. 246. 3) Vgl. für die Bibel die Reallexika, für die Zeit der Tannaim: M. Mainzer: Ueber Jagd, Fischfang und Bienenzucht bei den Juden in der tannäischen Zeit. Frankfurt a. M. 1910, für den Talmud überhaupt; S. Krauß: Talmudische Archäologie B II., S. 143 bis 146 und die dazu gehörigen, reiches Quellenmaterial bietenden Noten. 4) Die Erklärung des Schriftverses לא יתרך רמיה צירו durch R. Dimi (Erubit? 54 b, es handelt sich dort um ein Gleichnis für die kluge Art der Aneignung von Thorawissen) ״das ist zu vergleichen mit