Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- Seite 441 (sequence 73)
- Language
- German
- Belongs to
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Die Schatzkammer, der Geonim. 441 nicht minder bescheidener und sicher noch gründlicher vorbereiteter Gelehrter von Erez Israel hat nun vor den staunenden Blicken der jüdischen Gelehrtenwelt eine andere Schatzkammer auf getan: der erste, prächtig ausgestattete Band des ״Ozar Hageonim‘: von Dr. B. M. Lewin in Haifa ist soeben erschienen. Die wenigen Worte des Titelblattes geben den Zweck derr ganzen Arbeit wie folgt an:תשובותגאובי בבל ופירושיהם על פי סדר התלמוד• Es ist also hier nicht weniger versucht wor׳־׳ den, als all das, was aus den Lehrhäusern der babylonischen Geonim in etwa vier Jahrhunderten an Responsen und Kommentareu erhalten geblieben, im Anschluß an den Talmud und in der Reihenfolge der talmudischen Traktate zu bieten. Der erste Band umfaßt das Material zum Traktat ברכות in drei Abteilungen: I. Responsen (143); II. Kommentare (116); III. Rabbi Chananels Kommentare (72 Seiten). Die Sammlung des ganzen weitschichtigen, in Hunderten von Druckwerken und Handschriften verstreuten Materials war eine Riesenarbeit, der sich Dr. Lewin mehr als zwei Jahrzehnte hindurch gewidmet hat. Er kam damals nach gründlicher Vorbereitung, auf russischen Jeschiwot nach Berlin, und ich erinnere mich noch genau, als er mir, dem etwas jüngeren Studiengenossen, eines Tages die überraschende Mitteilung machte, er beginne die Kommentare und Bemerkungen der Geonim an den Rand seines Talmudexemplares anzumerken; hieraus dürfte einmal ein Werk entstehen! Er durfte damals in seinem jugendlichen Idealismus kaum noch der unerhörten Schwierigkeiten sich bewußt gewesen sein, die die Ausführung dieses Planes bedeutet. Aber seit jener Zeit galt seine Liebe den^ Geonim und der von ihnen geschaffenen Literatur, die wieder ohne die umfassende Kenntnis des ganzen Talmuds nicht zu verstehen, geschweige denn zu beherrschen ist. In einer Reihe von wertvollen Monographien, zunächst über den Gaon Scherira1), dessen berühmtes Sendschreiben er in einer *) Prolegomena zu einer neuen Ausgabe vom Sendschreiben, des R. Sch. 1910; Charakteristik und Biographie des R. Sch. 1911 (später auch hebräisch herausgegeben).