Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- Seite 415 (sequence 47)
- Language
- German
- Belongs to
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Ueber die sprachliche Wiederholung usw. 415 gehäufte Äuftauchen neuer pilpel-Y}oppelungen in Schriftdokumenten der tanaitisch-amoräischen Sprach - epoche; hier handelt es sich um Sprachneuschöpf ungen, jeder individuellen Note entbehrend, scheinbar rein sprachgeseizlichen Charakters! Wollte man die Erklärung hierfür lediglieh in der bekannten Erscheinung der Bevorzugung einmal eingeschliffener Reaktionen suchen, so bliebe doch immer noch der Anstoß für das überraschende Auftreten dieser Reaktion zu erklären. Deshalb möchte ich die sprachgesetzlichen Doppelungen aller Sprachperioden lieber auf die allgemeinere Formel bringen, daß sie der Ausdruck und das Maß des Erlebnis-Charakters der Sprache und ihres Trägers, des Volkes, seien. Die Iterationsneigung unserer Schriftdokumente spiegelt den Anteil nie erloschener Sprachlebendigkeit wieder. In die Sprache der rabbinischen Schriften ist das Volksleben viel mehr eingedrungen als in die Sprache der Bibel. Dasselbe gilt für das Verhältnis der aus dem Volksleben gewachsenen, oft ״urwüchsigen“ sogar derben Profetensprache zur Sprache des Pentateuch. Unter dieser Perspektive verlieren die iterativen ״Wortneubildungen“ (Silbendoppelungen) profetischer Sprache den Charakter ihrer Einmaligkeit und Spontaneität; sie scheinen dem Sprach-Reservoir des Volks-Sprechens dauernd anzugehören, aus dem pie vom Profeten einmalig im Moment affektiver Erzeugung entnommen wurden. Ergebnisse. § 17. Aus den vorliegenden Untersuchungen ergibt sich: Die Wiederholungsbildungen des biblischen Hebräisch lassen sich unter drei sprachpsgchologischen Bedingungen entstanden erkläien: als Äeußerung affektiver Spontanei״ tät, als Intensitätssteigerung und als Kennzeichen ursprünglicher Sprachbildung. Diese drei psychologischen Bedingungen verteilen sich sinngemäß auf verschiedene Gebiete des hebräischen Sprach-