Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- Seite 414 (sequence 46)
- Language
- German
- Belongs to
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414 Ueber die sprachliche Wiederholung usw. Begriff ״flattern‘4 (עפעף) weist auf die Eindrucksfolge verlangsamter und daher einzeln erkennbarer Teilhandlungen hin. Da diese Unterscheidung sich auch sonst oft sehr anschaulieh durchführen läßt, so darf der Schluß gezogen werden, daß in diesen beiden Iterationsstufen die Größe des einzelnen Wiederholungsreizes der Lautquantität des iterierten Sprach- Ausdrucks entspricht. Da nun die höchste Iterationsstufe, die reguläre Wort- Wiederholung, den höchsten Wiederholungsausdruck enthält, indem hier entweder Begriffsbilder und Eindrucksfolgen zu großen ungewohnten Eindrucksreihen zusammentreten (Mengeneindrücke) oder aber umgekehrt ein Äuseinanderfallen des Gesamteindruckes zu einer großen Zahl selbständiger Einzeleindrücke stattfindet (Distribution), so läßt sich mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit die gezogene Schlußfolgerung dahin weiter verallgemeinern, daß die Reizeinheit und die Einheit des Sprachgebrauchs sich hinsichtlich ihres unteren Schwellenwertes in einer aufwärtssteigenden Linie bewegen. Konstant wäre hiernach in allen drei Untergruppen nur das Verhältnis Reiz : Wirkung. § 16. In allen diesen Untergruppen ist aber der Wiederholungsreiz stets so gering, daß er in unserem Stadium reiferer Sprachentwicklung sich kaum mehr im Sinne einer sprachlichen Wiederholung auswirken würde. Hiernach wäre man geneigt, die Gesamtheit dieser sprachgesetzlichen Wiederholungsbildungen einer ursprünglichen Epoche hebräischer Sprachbildung zuzuweisen, in der einerseits die menschliche Psgche in den betreffenden Eindrücken noch einen besonderen Reiz wahrnahm und andererseits der Sprachausdruck noch formbar war. In dieser Totalität wäre die Schlußfolgerung sicherlich irrig. Denn auch in späteren Zeiten, wo diese beiden Bedingungen längst nicht mehr zutrafen, finden wir nicht nur die spontane Iteration des persönlichen Erlebnisses, die Affekt- Wiederholung und die Wiederholung aus Intensivierungsabsicht, neu auf tretend. Man erinnere sich vielmehr an das plötzliche