Jeschurun
- Journal
- Jeschurun
- Volume
- 15 (1928)
- Issue
- Heft 7-8 (Juli 1928)
- Date
- 1928-07-01
- Page
- Seite 413 (sequence 45)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 81% known words query
- IRI
…/2292929-2293057-2293062--09927-2303219- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Ueber die sprachliche Wiederholung usw. 413 des Zitterns (hu hu?) dargestellt werden. Innerhalb der psychophysiologischen Betrachtungsweise der Iteration sind derartige vereinzelte Sprachäußerungen angeblich onomatopoetisehen Ursprungs nach ihren psychologischen Motiven ebensowenig Nachahmung wie ihre gleichgebildeten Schwestern. Äuf demselben Standpunkt steht W. Wundt1), der die onomatopoetischen Bildungen der Sprache als ״Wirkungen einer Affinität zwischen den sprachlichen Äusdrucksbewegungen und den durch äußere Eindrücke oder reproduktive Prozesse erweckten Gemütsbewegungen“ betrachtet. § 15. Das Nebeneinander-Vorkommen von /u7/;e/-D0ppel~ ungen und Konsonantendoppelungen (mediae geminatae) desselben Wortstammes wirft die Frage nach der psgchologisehen Synonymität dieser Duplizitäten auf. Vergleicht man etwa צלל mit סלל -צלצל mit בקק׳ סלסל mit סכך •בקבק mit כלל ׳סכסך mit כלכל u. ä., so scheint sich folgender psychologische Unterschied zu ergeben: Die Verba mit Konsonantenverdoppelungen stellen zwar Abläufe dar, die in sich gleichartig ״mehrschlägig“ sind; als Reizgeber wirkt jedoch nicht die mehrfach oder sogar unzählig oft wiederholte Teilkomponente, sondern der Gesamtablauf. Hier liegt eine Subordination der iterierten Einzelakte unter dem Gesamteindruck vor. Bei den Verben des pilpel-Schemas treten jedoch gewohnte Einzeleindrücke erst zu einer Eindrucksfolge zusammen. Oder umgekehrt: Die in ihrer Zusammensetzung bei den ע״ ע Formen nicht gelockerten Gesamteindrücke zerfallen hier in gleichartige Einzelkomponenten, die, etwa durch Verlangsamung des Handlungs-Tempos, jetzt erst einzeln erkennbar werden. Hier liegt also eine Koordination der Reiz-Eindrücke der iterierten Einzelhandlungen vor; der Gesamteindruck tritt zurück. Ein instruktives Beispiel: Der Begriff ״fliegen“ (עפף neben עוף) bedeutet nicht die Summe der einzelnen Flügelschläge, sondern erst deren Gesamtheit gibt den optischen Reiz. Der Völkerpsychologie III (Der Ursprung der Sprache II 2).