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Jeschurun · 1928-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1928) · p. Seite 405

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1928)
Date
1928-07-01
Page
Seite 405 (sequence 37)
Language
German
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Ueber die sprachliche Wiederholung usw. 405 von Teilkomponenten gibt, und daß geradezu in der sprachlichen Darstellung dieser Eindruck, aus Teilkomponenten bestehend, benutzt wird, die Unfaßbarkeit des Ganzen als Summe anschaulich zu machen: so wird der Begriff Menschenmenge erst anschaulich durch die Teildarstellung: Reihe dicht an Reihe bei dem Mengen-Erlebnis. Das bedeutet: Die ursprüngliche psgchophgsiologische Reaktionsweise auf den Reiz des Wiederholungseindruckes ist die sprachliche Wiederholung. Reizempfänglichkeit wäre hier also identisch mit Äffektbereitschaft. 3) Die gewonnene Basis erweist sich auch für eine dritte Gruppe von Wortbildungen als tragbar: die adverbiellen Iterationen, besonders wo sie zur Darstellung räumlicher Größe auftreten. Hierher gehört: מעלה מעלה (Deut. 28,43), מטה מטה (Deut. 28,43). Wiederholt bei Ezech. (8,10; 37,7; oft cap. 40—43): סביב סביב• Auch Koh. 7,24: עמוק עמוק wäre hier einzureihen. Das bei jeder Vielheit anwendbare Adverb מאוד tritt gedoppelt zweimal zur Schilderung räumlicher Größe auf: bei der Sintflut (Gen. 7,19) und in ähnlichem Zusammenhang ״ein großes Meer, sehr sehr“ (Ezech. 37,10). Auch hier scheint nicht eine einfache Intensitätssteigerung (sehr hoch, sehr weit), sondern, wie bei den Pluraldoppelungen, ein Erlebnis gleichgerichteter Teilkomponenten vorzuliegen. Man meint förmlich zu sehen, wie die Wasser der Sintflut *) Wenn diese etwa in den Kultursprachen der Gegenwart weniger zu gesetzlichen Sprachgewotanheiten führte, als am Hebräischen beobachtet, so mag es daran liegen, daß — im Sinne R. Semon’s* — ein derartiger ursprünglicher Reiz auf das Individuum und seine Deszendenz im Sinne einer Reaktionsveränderung ״engraphisch“ wirkt, so daß spätere gleiche Reize den Schwellenwert einer Auswirkung ins Sprachgesetzliche nicht mehr erreichen. Daher ist heute sprachliehe Wiederholung in erster Linie nur in den individuellen psgchisehen Situationen besonderer Äffektbeteiligung verankert. Vgl. hierzu noch § 16. *) R. S e m o n. Die Mneme als erhaltendes Prinzip im Wechsel des organischen Geschehens. Leipzig 1908.

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