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Jeschurun · 1928-07-01 · Heft 7-8 (Juli 1928) · p. Seite 397

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jeschurun
Volume
15 (1928)
Issue
Heft 7-8 (Juli 1928)
Date
1928-07-01
Page
Seite 397 (sequence 29)
Language
German
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Vier Probleme des R. Jose usw. 397 süchtigen und darum keinem verantwortlichen Steuerverwaltung konnten untergeordnete und höhere Beamte schalten und walten nach Herzenslust. Die drückende Steuerlast und die Vielfältigkeit der Abgaben bilden einen ständigen Anlaß zu Klagen und Beschwerden, die selbst in den Predigten an Festtagen und Sabbaten hervorgehoben werden. Zu diesen Leiden und Klagen gesellt sich eine Demütigung, die den nationalen Stolz und das religiöse Empfinden noch tiefer berührte als das freche Benehmen der Soldaten und Bürokraten. Um diese Zeit macht sich das Auf leben des alten alexandrinischen Antisemitismus stark bemerkbar. Die alten Anklagen gegen die jüdische Religion und die Geschichte des jüdischen Volkes, gegen den Charakter und gegen die Ehre des Judentums wurden aus den Pamphleten einen Äpion und seinesgleichen zu neuem Leben erweckt. Volksredner und Pseudo-Philosophen zogen alles Jüdische in den Staub. Die Juden sind ein erbärmliches Volk, entlaufene Sklaven aus Äeggpten, heimatlos, Diebe, Aussätzige, und wie alle diese Vorwürfe lauteten. Sie kehren so oft in den Sätzen der Prediger dieser Zeit wieder, daß man sich ausmalen kann, wie es im öffentlichen Leben zugegangen sein mag. Neben dieser Welle des Judenhasses machen sich noch zwei andere störende Bewegungen fühlbar, die das Wort des Sendboten bewahrheiten sollten, daß Israel unter der Herrschaft der Völker keine Ruhe finden soll. Diese Strömungen waren, anders als jene Angriffe auf die politische und intellektuelle Eigenart des Volkes, religiöser Natur. Wir meinen einerseits die freilich im Abflauen begriffene Propaganda der Kirche Marcions, und die aufstrebende Macht des Christentums. Dort die Verachtung des jüdischen Gottes und der Bibel, hier die Kränkung des Judentums durch Inanspruchnahme seiner heiligen Güter für die Kirche. Dort Spott und Hohn über den Demiurgos, den grausamen und unbarmherzigen Gott der Juden, über die erhabenen Gestalten der Bibel, von Kirchenvätern und Bischöfen die Theorie gepredigt von der Verwerfung Israels, dem Hasse Gottes gegen das jüdische Volk, der Erhebung der Kirche und der Christen zum wahren Israel. Wie

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